Der Mensch hinter Heilungsberichte.de

Giorgio-MartocchiAn dieser Stelle möchte ich mich Ihnen kurz vorstellen: mein Name ist Giorgio Martocchi, ich bin 48 alt (2016) und stolzer Vater von zwei wunderbaren Söhnen. Mein ältester Sohn ist heute 28 und der Jüngere 23 Jahre alt. Zu meiner großen Freude bin ich auch Opa eines vierjährigen Enkels.

 

Was mich dazu bewogen hat, diese Webseite ins Leben zu rufen…

möchte ich Ihnen hier etwas ausführlicher und persönlicher erzählen.

Wie so vielen Menschen auf dieser Welt, habe auch ich schöne und tragische Momente in meinem Dasein durchlebt. Mein Leben verlief bis zum April im Jahre 2006 relativ angenehm und sorgenfrei. Das änderte sich alles schlagartig, als mein älterer Sohn, der damals siebzehn Jahre alt war, einen Herzinfarkt erlitt. Diese schwierige Zeit habe ich hier als ersten Heilungsbericht veröffentlicht.

Seit dieser Zeit nahmen die Angst und die Sorge um die Gesundheit meines Sohnes viel Raum in meinem Leben ein. Dies, so vermute ich, hat sich bei mir in einer Autoimmunkrankheit mit dem Namen Hashimoto Thyreoiditis manifestiert. Damals, als ich noch nichts von meiner Krankheit wusste, war ich ziemlich verzweifelt. Die Symptome möchte ich hier nicht alle aufzählen. Ich kann nur sagen, dass es sich für mich schrecklich anfühlte. Ich war damals ständig müde, unkonzentriert und antriebslos.

Und das mir! Ich war die meiste Zeit meines Lebens sportlich aktiv. Dazu gehörte viermal die Woche Joggen, fast jedes Wochenende Windsurfen und wann immer es ging, habe ich mir die Inliner unter die Füße geschnallt und bin selten unter fünfzig Kilometer gefahren. Nun konnte ich an vielen Tagen kaum noch die Rückfahrt von der Arbeit nach Hause ohne einen Zwischenschlaf auf einem Autobahnparkplatz bewältigen. Die Strecke meines Heimwegs belief sich auf gerade mal 40km.

Entsprechend schwer fiel mir in dieser Zeit auch meine Arbeit (ich bin in der IT als Supportmitarbeiter angestellt). Nach der Arbeit war an Freizeitgestaltung nicht mehr zu denken. Die Ärzte wussten keinen Rat. Meine Blut- und Vitalwerte waren alle top und trotzdem war ich kaum zu gebrauchen. Irgendwann machte ich mich selbst auf die Suche nach den Ursachen meiner Schwäche. Zweimal dürfen Sie raten, wie und wo ich das gemacht habe. Natürlich über das Internet.

 

Damals habe ich einfach meine Symptome in den Google Suchschlitz eingetippt und mich durch die Ergebnisliste gearbeitet.

Was mir dort an möglichen Krankheiten entgegen schlug, war erschreckend beängstigend und deprimierend zugleich. Einigen Forenberichten zufolge hatte ich nicht mehr lange zu Leben. Das ist jetzt etwas überspitzt formuliert, aber ich kann sagen, dass ich scheinbar nur die Wahl zwischen Pest oder Cholera hatte.

Ich möchte diese Foren nicht in Misskredit bringen. Denn letztendlich fand ich dort auch Einiges, was mich dazu veranlasste, meinen Hausarzt zu bitten, mich auf Hashimoto Thyreoiditis hin zu untersuchen.

Ich hatte Glück im Unglück. Der Verdacht bestätigte sich sehr schnell und es ging mir nach entsprechender Behandlung bald besser. Als bitterer Beigeschmack blieben aber die schrecklichen Szenerien, die in den Foren zum Besten gegeben wurden. Auch hier bitte nicht falsch verstehen. Diese Menschen haben in der Regel auch entsprechendes durchlebt und haben natürlich das Recht, darüber zu berichten.

 

Im Nachhinein hätte ich mir mehr mutmachende Berichte gewünscht.

Ich erholte mich langsam wieder. Es dauerte aber nicht lange, bis sich im Jahre 2013 wieder etwas Erschreckendes ereignete. Mein Sohn hatte wieder Probleme mit seinem Herzen. Diesmal litt er unter den so genannten AV-Block Typ III. Alle Ängste und Sorgen von damals stiegen wieder bis ins Unermessliche.

Was diese Diagnose bedeutet, haben uns die Ärzte sehr gut erklärt. Was Menschen mit der gleichen Diagnose für Erfahrungen gemacht haben, erfährt man wo? Genau – wieder den Suchschlitz von Google gefüttert und eine Verstärkung von Angst und Sorge blieb auch hier nicht aus.

 

Mein Sohn wurde von hervorragenden Ärzten operiert und es geht ihm wieder gut. Es blieb aber auch hier ein ungutes Gefühl zu den Berichten, die ich damals las.

 

Auch ich erholte mich wieder und begann erneut damit, dass Leben zu genießen.

Noch im selben Jahr 2013 lernte ich meine geliebte Kerstin kennen. Alles war wieder schön und das Leben so lebenswert. Wir hatten viele gemeinsame Träume, die wir in die Tat umsetzen wollten. Dazu gehörte auch unser Wunsch zu heiraten. Alles sollte anders kommen. Ende Juli 2015 bekam Kerstin die Diagnose Bauchfellkrebs.

Wir waren verzweifelt und hatten große Angst und Sorge darüber, wie es ausgehen wird. Wir sind in mehreren Krankenhäusern vorstellig geworden, hatte einige Ärzte aufgesucht und versucht zu tun, was möglich war. Das Internet haben wir in diesem Falle bewusst als Informationsquelle außen vorgelassen. Denn das, was uns dort an Berichten begegnen würde, war mehr als klar. Was blieb, waren also die Ärzte.

Und hier nochmal der Hinweis: auf Heilungsberichte.de sollen und dürfen keine Menschen und Berufsgruppen verunglimpft werden.

Die negativen Erfahrungen, die wir mit den Ärzten und in den Krankenhäusern gemacht haben, sind dem unmenschlichen, so genannten „Gesundheitssystem“ geschuldet. Wir haben keine Heilversprechen erwartet, aber etwas mehr Ermutigendes hätte die Selbstheilungskräfte von Kerstin sehr positiv beeinflusst. Stattdessen kamen Aussagen wie diese: „Mit dieser Diagnose heißt der Grundriss schon Abschied zu nehmen“.

Übrigens in einer Klinik, die sich auf die Fahnen schreibt, dass die Selbstheilungskräfte der Patienten im Vordergrund bei der Behandlung liegen. Die Realität sah aber anders aus. Hoffnung hatte dort keinen Platz. Man möchte schließlich keine falschen Hoffnungen machen, hieß es auf Nachfrage.

 

Was „falsche“ Hoffnung bedeutet, ist mir noch heute schleierhaft. Meiner Meinung nach gibt es nur Hoffnung, an der nichts falsch sein kann!

 

Ich musste etwas tun!

Dann kam mir die Idee mit dieser Webseite und ich machte mich sofort an die Arbeit. Kerstin fand das Projekt toll und unterstützte mich nach Kräften. Das Projekt half mir auch dabei, die Sorgen und Ängste, die ich hatte, in bessere Bahnen zu lenken. Leider kann Kerstin diese, wenn auch kleinen Erfolge, der Webseite nicht mehr erleben. Kerstin ist am 18.11.2015 verstorben.

Das Projekt soll gerade jetzt weiterleben und ich hoffe auf viele positive und ermutigende Geschichten auf Heilungsberichte.de

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Herzlichst, Ihr

Giorgio Martocchi

 

Bildquellen

  • Giorgio-Martocchi: Bildrechte beim Autor

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