Weihrauch – Wirkung, Anwendung & gewinnung

Weihrauch galt schon immer als ein magisches Harz, welches vermeintlich böse Geister vertreiben kann oder gegen den Zauber von Hexen und der Pest Verwendung fand. Das Harz galt bereits in der Antike als kostbares Geschenk wenn wir an die Heiligen Drei Könige denken.

olibanum

olibanum

Im Mittelalter half die Räucherung des Harzes den Gestank von Städten und Siedlungen ohne Kanalisation zu lindern und fand auch in der Klostermedizin Verwendung. Bereits etwa 3500 vor Christi Geburt wurde Weihrauch für Weissagungen im alten Babylon verwendet. Heute wird der aromatische Duft von Weihrauch auch als eine wertvolle Zutat in Parfüms eingesetzt.

Hier zu Lande kennt man das Räuchermittel auch aus kirchlichen Zeremonien, als Symbol für das aufsteigende Gebet zum Himmel. Gerade jetzt in der Adventszeit zieht der angenehme Duft des Olibanums (Weihrauchharz) durch die schmalen Gassen von Weihnachtsmärkten.

Doch dieses Harz hat weit mehr zu bieten als magischen und religiösen Ritualen zu dienen.

 

 

Was ist Weihrauch und wie wird er gewonnen?

Weihrauch bezeichnet das Harz des Boswelia-Baumes welcher in den heißen und regenarmen Gebieten Afrikas, Saudi-Arabiens und Indiens wächst. Er gehört zur Familie der Balsambaumgewächse (Burseraceae), Gattung Boswellia. Diese Bäume sind in ihrem Bestand stark bedroht.

olibanum-harz

Olibanum-Harz

Das Harz des Weihrauchbaumes war durch seine Seltenheit und Kostbarkeit sehr begehrt. Deswegen wurde es jahrhundertelang in Gold aufgewogen und um die Welt transportiert: mithilfe von Dromedar-Karawanen tausende Kilometer weit, vom indischen Ozean bis zum Mittelmeer, entlang der legendären Weihrauchstrasse.

Zur Herstellung arzneilicher Präparate werden von den 25 vorkommenden Boswellia-Arten überwiegend Boswellia sacra (Arabischer Weihrauch), Boswellia serrata (Indischer Weihrauch) und Boswellia frereana (Somalischer Weihrauch) verwendet.

Die Gewinnung von qualitativ hochwertigem Weihrauchharz dauert mehrere Monate. Die Rinde des Baumes muss mehrere Wochen an derselben Stelle eingeschnitten werden, die austretende Flüssigkeit verhärtet zu einer zähen Masse, die an der Luft trocknet. Dabei entsteht das bernsteinfarbene, gummiartige Weihrauchharz.

 

Altes Wissen – neue Erkenntnisse: Weihrauch als Heilmittel mit großem Potenzial

Die Verwendung in der ayurvedischen und  indischen Medizin, seit mehr als 5000 Jahren wird heute zunehmend durch wissenschaftliche Studien bestätigt.

Einst so kostbar wie Gold, wurde Weihrauch Mitte der 80 er Jahre auch von Professor Hermann P.T. Ammon wiederentdeckt. Er beschäftigte sich speziell mit der indischen Variante (Boswellia serrata), wie er schon längst in der ayurvedischen Medizin bekannt ist.

In Deutschland forschen mehrere Arbeitsgruppen an der medizinischen Wirkung des Weihrauchharzes (1) Es konnte bereits belegt werden, dass Es bei vielen chronischen Entzündungen hilft:

  • Magen-Darmerkrankungen, wie Morbus Chron, Colitis ulcerosa, Gastritis, Magengeschwür
  • in Gelenken bei Rheuma und Arthritis
  • entzündliche Hauterkrankungen, wie Neurodermitis, Geschwüre, Abszesse
  • Depressionen (3), Angst, Unruhe, Stress
  • Atemwegsinfekte
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Keimbefall durch Pilze, Chlamydien, Trichomonaden, HPV-Viren (4)
  • Autoimmunerkrankungen, Allergien
  • Hirntumoren oder Multipler Sklerose (5)

 

Außerdem soll Weihrauch die geschädigte DNA von Krebszellen reparieren, sodass sie wieder wie gesunde Körperzellen funktionieren können. (7)

 

Welche Heilkraft steckt in Weihrauch?

Ein Enzym gegen Entzündungen. Weihrauch hat etwa 200 Bestandteile. Es enthält ungefähr 50 bis 70 Prozent reines Harz. Zur Hälfte besteht es aus  Terpen Boswellia-Säure, vier bis acht Prozent ätherischem Öl (mit α-Pinen, Phellandren und Mono- sowie Diterpene) sowie aus Gummi.

weihrauch

Weihrauch

Interessant sind dabei die ätherischen Boswelliasäuren, weil sie ein Enzym blockieren sollen, welches bei chronischen Entzündungsprozessen einen besonderen Rang einnimmt. Boswelliasäuren sollen Enzyme hemmen und somit Entzündungsreaktionen verringern. Der Verbrauch von Schmerzmitteln wäre somit geringer.

Prof. Oliver Werz, ein Schüler von Prof. Ammon, erbrachte den Nachweis, dass eine äthiopische Weihrauchart (Boswellia papyrifera) über einen besonders hohen Gehalt an hochwirksamen Boswelliasäuren verfügt. Es soll um den Faktor zehn wirksamer sein als die des indischen Gegenstück.

In wissenschaftlichen Studien konnten nachgewiesen werden, dass das Harz entzündungshemmend, schmerzstillend und desinfizierend wirkt. Es ist deswegen im Europäischen Arzneibuch gelistet. Für diese Listung im Deutschen Arzneibuch müssen gesicherte Studien durchgeführt werden. In Deutschland ist Weihrauch demzufolge nur als Nahrungsergänzungsmittel oder als pflanzliches Medikament erhältlich.

 

Weihrauch in der Aromatherapie

Es ist erwiesen, dass Weihrauch den süchtig machenden Stoff Trihydrocannabonile enthält. Dieser vertieft die Atmung und beruhigt den Geist. Ein paar Tropfen Weihrauchöl aufgelöst im Wasser einer Duftlampe ist deshalb eine wirksame Hilfe beim Meditieren und fördert die Entspannung.

Es ist also ein sanftes Mittel, welches die Selbstheilungskräfte anregt und die Psyche positiv beeinflusst.

Laut Hildegard von Bingen ist es die Mischung aus vielen Aromen und psychoaktiven Stoffen, die dem Weihrauch seine Kraft verleihen und bei einer Räucherung den Heilungsprozess in Gang setzen kann.

 

Weihrauch in der Kosmetik

Auch die kosmetische Industrie nutzt die entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung des Weihrauchs. Sie bietet Cremes oder Balsam auf der Basis von Weihrauch. Angewendet gegen trockene, entzündete und gereizte Haut. Es gibt auch, Zahnpasta, Mundspülungen und Badezusätze.

Von Vorteil ist, dass Weihrauch unbegrenzt lagerfähig ist und seine Zusätze zum Konservieren eingesetzt werden. Da die desinfizierende Wirkung so stark ist, wurde Es zum Einbalsamieren von Toten verwendet.

 

FAZIT

Weihrauchharz als  Phytotherapeutikum wird schon seit Jahrhunderten eingesetzt.

Die Heilwirkung von Weihrauch bei verschiedenen Krankheitsbildern, besonders bei chronischen Entzündungen und Tumorzellen wurde von klinischen Studien bestätigt.

Es Empfiehlt sich, standardisierte Weihrauchpräparate zu verwenden, um eine möglichst gute Heilwirkung zu erzielen. Vor der Einnahme sollte auch abgeklärt sein, um welche Weihrauchart es sich handelt: indischer Weihrauch oder aus dem arabischen Raum.

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Wissenschaftliche Studien zu Weihrauch

1 https://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/pharmaz_und_med_chemie/forschen/arbeitsgruppen/agverspohl/werz_weihrauch091110.pdf

2 https://www.aerzteblatt.de/pdf/95/1/a30-31.pdf

3 http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/2713

4 https://www.kirchen-weihrauch.de/download/Weihrauchartikel.pdf

5 http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/multiple_sklerose/article/874146/ungewoehnliche-ansaetze-weihrauch-ms.html

6 NATUR & HEILEN 12/2015: Naturheilkunde Weihrauch, Seite 18

 

Bücher zum Thema Weihrauch

  • «Weihrauch und seine heilende Wirkung» von Heidelore Kluge, Dr. Charles Fernando, Prof. Dr. Michael Winking, Haug Verlag 2005
  • «Weihrauch» von Dr. med. Ernst Schrott, Aurum Verlag 2007

 

Diese Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschliesslich als Informationsquelle für Interessierte gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Die Informationen stellen auf keinen Fall einen Ersatz für Beratungen oder Behandlungen durch ausgebildete und anerkannte Ärzte oder sonstige nach deutschem Recht zugelassene Heilpersonen dar. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker. Wenn Sie sich tiefergehend über entsprechende Produkte informieren wollen, lassen Sie sich von einem Arzt oder Heilpraktiker beraten bzw. besorgen Sie sich weiterführende Fachliteratur.

Bildquellen

  • olibanum: 123rf huandi
  • olibanum-harz: 123rf andrea izzotti
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