I❶I OPC – Traubenkernextrakt alles über die gesundheitliche Wirkung

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Traubenkernextrakt OPC

Es war der französische Phyto-Wissenschaftler Dr. Jack Masquelier, dem der Nachweis eines hoch antioxidativen Pflanzenstoffs im Traubenkern gelang. Dieser Pflanzenstoff wird kurz als OPC bezeichnet.

Er soll überaus starkes Heilpotential besitzen.

In verschiedenen Bereichen ist das inzwischen wissenschaftlich erwiesen. Zwar ist OPC auch in anderen Pflanzen vorhanden, aber besonders gut verwertbar für den menschlichen Organismus soll OPC aus Traubenkernextrakt sein.

Deshalb gilt Traubenkernextrakt als hochwertiges Nahrungsergänzungsmittel. Warum das so ist, soll im Folgenden erläutert werden.

 

 

Traubenkernextrakt: Was genau ist das eigentlich?

Es ist die Weinrebe, botanisch Vitis vinifera, die ganz verschiedene sowohl gut schmeckende als auch gesunde Köstlichkeiten für uns bereit hält. Wer mag nicht gerne die pure Süße der Weintraube zum Käse oder im Obstsalat, wer genießt nicht gerne den fantastischen Rot- oder Weißwein? Aus dem Trester der Trauben entsteht Grappa. Getrocknete Früchte, die Rosinen, wandern ins Müsli und ins Gebäck. Weniger bekannt, aber nicht weniger spannend, ist das nussig schmeckende Traubenkernöl, das vielen Speisen eine feine Note verleiht. Aus medizinischer Sicht ist es der Traubenkernextrakt, der eine besondere Beachtung verdient. Wie entsteht aus der Traube der Kernextrakt?

 

Kein Extrakt ohne Traubenkern

Wie es der Name schon nahe legt: Der Traubenkernextrakt entsteht aus den Kernen der Traube.

Der Kern ist der Samen der Weinfrucht (Vitis vinifera semen) und trägt alles in sich, was es zur Entwicklung einer neuen Pflanze braucht. Es handelt sich bei den Kernen also um kleine Wunderwerke, die oft unglaubliche Strapazen aushalten müssen, bevor sie keimen und neues Leben bilden können.

Dafür benötigen sie viel Kraft, die sie in der Regel in Form von Nährstoffen in sich bündeln. Das ist auch bei den Trauben der Fall. Wer regelmäßig Weintrauben isst, nimmt also nicht nur durch Schale und Fruchtfleisch viele Nährstoffe zu sich, sondern auch durch die Traubenkerne. Es macht demnach keinen Sinn, immer nur die kernlos gezüchteten Weintrauben zu kaufen, die in den Supermärkten angepriesen werden.

Angeblich stören die Kernchen beim Essen. Doch ohne die Kerne geht viel von der Power der Traube verloren, die unserer Gesundheit gut tun kann. Nicht umsonst sind Bio-Trauben fast immer mit Kernen im Angebot! Auch bei der Herstellung von Wein gehen die Traubenkerne zum Glück nicht immer verloren: Es entstehen daraus wertvolle Produkte wie Traubenkernöl und Traubenkernextrakt.

 

Traubenkernöl und Traubenkernextrakt: Der Unterschied

wein

Wein

Wo Wein hergestellt wird, fallen als Nebenprodukt Schalen, Stängel und Kerne der Früchte an.

Diese festen Rückstände, die bei der Weingewinnung übrig bleiben, werden als Trester bezeichnet. Trester gibt es nicht nur bei Trauben, sondern auch bei anderen Obstsorten wie Äpfeln oder Birnen. Daraus werden beispielsweise Obstbrände wie Grappa oder Birnenbrand hergestellt.

Die Römer erkannten aber schon früh den speziellen Nutzen der Traubensamen und stießen darauf, dass sich daraus ein wertvolles Öl herstellen lässt. Es wurde wegen seines milden Geschmacks geschätzt, eher aus Zufall wurde später auch der positive Effekt auf die Haut erkannt. So wurde zunächst das Traubenkernöl wegen seiner Wirkung auf die Gesundheit zum Heilmittel. Was allerdings bei der Pressung der Kerne zur Ölgewinnung am Ende noch übrig bleibt, ist ihre Schale.

Und genau die steckt voller OPC. Das Öl hingegen, das häufig ebenfalls mit „reich an OPC“ beworben wird, weist leider kaum etwas von diesem Inhaltsstoff auf. In wissenschaftlichen Studien hierzu konnte bislang jedenfalls kein OPC in nennenswerter Menge nachgewiesen werden. (1) Klar ist, dass auch Traubenkernöl der Gesundheit dient. Es ist reich an ungesättigten Fettsäuren, den Vitaminen E und K sowie wertvollen sekundären Pflanzenstoffen. Was den Traubenkernextrakt so besonders heraushebt, nämlich reichlich OPC, hat das Öl aber nicht.


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Die aufwendige Gewinnung von Traubenkernextrakt

Bei der Herstellung des Traubenkernöls fällt schon wieder „Abfall“ an. Und auch der kann, wie man glücklicherweise irgendwann entdeckte, nutzbringend weiter verarbeitet werden. Vor allem die Schalen der Kerne sind es, die in der Pressmasse übrig bleiben und die vollgepumpt mit Nährstoffen auf ihren Einsatz warten.

Denn wie wir bereits gehört haben, wird daraus der Traubenkernextrakt zur Anwendung als Nahrungsergänzung gemacht. Der so genannte Presskuchen, der jetzt überwiegend aus den Schalen besteht, wird bei niedrigen Temperaturen langsam getrocknet. Dann wird alles schonend zu Traubenkerngranulat weiterverarbeitet, das dann zu Traubenkernmehl fein vermahlen wird. Es kann entweder als loses Pulver weiter verwendet oder in Kapseln gefüllt werden.

Eine weitere Möglichkeit zur Herstellung von OPC Kapseln ist die Extraktion mit Wasser und reinem Alkohol. Auch hier erfolgt später die Trocknung und das Vermahlen, bevor alles in die Kapselhüllen wandert. Durch dieses Verfahren entstehen besonders hoch dosierte OPC Traubenkernextrakt Kapseln.

Jetzt ist es an der Zeit, sich die Inhalts- und Wirkstoffe der Traubenkernschalen genauer anzusehen.

 

Die Inhaltsstoffe von Traubenkernextrakt

Traubenkernextrakt steckt vor allem voller sekundärer Pflanzenstoffe. Zu dieser Gruppe gehören die Polyphenole, denen die Lignane und Resveratrol zuzurechnen sind. Auch Flavonoide, zu denen wiederum die Catechine zählen, sind im Traubenkernextrakt enthaltene sekundäre Pflanzenstoffe. Vor allem aber ist Traubenkernextrakt durch das darin enthaltene OPC in den Fokus der Wissenschaft gelangt. Die Inhaltsstoffe und ihre Wirkungen im Einzelnen:

 

Polyphenole

Pholyphenole sind Bestandteil fast aller Pflanzen. Es sind Stoffe, die für unsere Gesundheit eine ähnliche Wirkung wie Vitamine haben. Deshalb werden sie auch als Phytamine bezeichnet. Im Gegensatz zu den meisten Vitaminen sind sie hitzestabil, gehen beim Kochen also nicht verloren.

Polyphenole sind mit verantwortlich für Farbe, Geruch und Geschmack von Obst und Gemüse. Sie sitzen vor allem in und direkt unter der Schale, im Falle der Traubenkerne auch in den Samenschalen. Polyphenolen wird eine allgemein gesundheitsfördernde Wirkung zugesprochen, vor allem die Fähigkeit, freie Radikale abzufangen. Es wird viel geforscht, um die vielfältigen vermuteten Wirkungen zu verifizieren. Die Hauptpolyphenole des Traubenkernextrakts sind Lignane und Resveratol.

 

Ligane

Lignane gehören zu den Phytoöstrogenen. Das sind hormonartig wirkende Pflanzenstoffe, in diesem Falle solche, die eine östrogenartige Wirkung besitzen. Phytoöstrogene werden beispielsweise in den Wechseljahren der Frau eingesetzt, um eine mildere und schonendere Wirkung zu erzielen als mit „echten“ Hormonpräparaten. Den Pflanzenstoffen werden neben Wirkungen gegen Wechseljahresbeschwerden auch immunmodulierende und cholesterinsenkende Fähigkeiten, antioxidative Wirkungen sowie schützende Eigenschaften vor Osteoporose nachgesagt.

 

Resveratrol

resveratrol

Resveratrol

Resveratrol besitzt medizinische Bedeutung als Gefäßschutz. Es heißt, dass es Arteriosklerose vorbeugen kann. Eine wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 1999 ergab, dass Resveratrol eine bedeutende Rolle in Bezug auf antientzündliche und antiinfektiöse Immunreaktionen spielen kann. (2) Auch soll es die Blutgefäße in den Augen schützen, die etwa als Spätfolge bei Diabetes geschädigt werden können. Das ergab eine Tierstudie der Washington University School of Medicine in St. Louis. (3) Resveratol ist vor allem in Rotwein enthalten.

 

Flavonoide

Auch Flavonoide zählen zu den Polyphenolen, bilden aber eine eigenständige und wichtige Untergruppe. Bisher sind etwa 4.000 Verbindungen bekannt. Flavonoide sind für die Farbe der Pflanzen verantwortlich, vor allem aber sind sie für den Schutz vor schädigenden Umwelteinflüssen zuständig.

Was die Pflanzen schützt, kann auch den menschlichen Organismus schützen. Flavonoide können die körpereigenen Abwehrkräfte stärken und vermutlich auch antiviral und antibakteriell wirken. Auch in Bezug auf die gesundheitlichen Wirkungen der Flavonoide laufen die Forschungen auf Hochtour. Im Traubenkernextrakt finden sich vor allem Catechine.

 

Catechine

Catechine sind Bitterstoffe, die in den meisten Nahrungsmitteln nur in geringer Menge vorkommen. Vor allem Grüntee hat sich durch einen hohen Catechingehalt hervorgetan. Catechine sind Antioxidantien, wirken der Hautalterung entgegen und schützen vor Arterienverkalkung.

Bei den Traubenkernschalen tritt ein spezieller Effekt ein, der sich nicht-wissenschaftlich so erklären lässt: Aus einer Kette von Molekülen, den Catechinen und Epicatechinen, bildet sich OPC. Wie Catechin ist Epicatechin, ein Phytonährstoff, in Wein, Tee und vor allem Kakao enthalten. Es wird von Professor Dr. Norman Hollenberg von der Harvard Medical School als „neues Vitamin“ bezeichnet. (4)

Nun soll endlich ausführlich erklärt werden, was es mit den OPC auf sich hat.

 

Was ist OPC?

OPC ist eine Kurzbezeichnung für „oligomere Proanthocyanidine“. Es handelt sich also nicht um einen einzelnen Stoff, sondern um eine Stoffgruppe, die zu den bereits erwähnten Flavonoiden zählt. Manchmal hört man auch die Bezeichnung „Vitamin P“ für OPC. Vitamin P wird aber in der Regel allgemein für Flavonoide benutzt und bildet so nur einen Überbegriff für zahlreiche Substanzen, unter anderem OPC.

 

Die Entdeckung von OPC

Entdecker der oligomeren Proanthocyanidine ist Professor Jack Masquelier, der von 1922 bis 2009 lebte.

(5) Masquelier beschäftigte sich fast sein gesamtes Forscherleben mit den OPC und deren Wirkungen vor allem auf die Gefäße. Im Jahr 1948 konnte er zum ersten Mal OPC aus den zarten roten Häutchen der Erdnüsse isolieren. 1953 erfolgte die erste Extraktion von OPC aus der französischen Strandkiefer (Pinus maritima), 1956 aus der Weinrebe. Der Wissenschaftler meldete mehrere Patente auf spezielle Extraktionsverfahren bzw. die Isolierung von OPC an, 1965 sogar für die Wirkung eines von ihm selbst hergestellten OPC-Produktes auf die Gefäßgesundheit.

 

OPC: optimaler Radikalfänger

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OPC – Stärkster Radikalfänger überhaupt.

Der Gesundheitseffekt erklärt sich durch die Fähigkeit von OPC, freie Radikale zu bekämpfen. Da OPC sich im Körper sehr schnell verteilt und durch seine gute Bioverfügbarkeit gut aufgenommen wird, gilt OPC als stärkster Radikalfänger überhaupt.

Es wirkt nicht nur stärker als Vitamin C, sondern verstärkt zusätzlich dessen Wirksamkeit und hält das Vitamin C viel länger aktiv. Schon 1961 identifizierte Masquelier OPC daher auch als Kofaktor von Vitamin C. Das heißt in der Praxis: Wer Vitamin C zusammen mit OPC zu sich nimmt, vervielfacht die Wirksamkeit des Vitamins. Auch dem Antioxidans Vitamin E ist OPC überlegen, da es eine größere Varietät an freien Radikalen bekämpfen kann.

 

Warum Radikalfänger wie OPC so wichtig für uns sind

Als „freie Radikale“ werden eigentlich harmlose Sauerstoffmoleküle bezeichnet, die auf Grund einer Störung entgleist und durch Oxidation (Verbindung mit anderen Substanzen) zu höchst aggressiven und zerstörerischen Sauerstoffradikalen umgewandelt sind. Sie werden für zahlreiche Erkrankungen verantwortlich gemacht, weil sie wichtige Stoffwechselprozesse stören.

Dadurch beeinflussen sie das Immunsystem negativ und verursachen schwere Zellschäden. Wir werden krank. Der Organismus, der sich gegen die Angriffe freier Radikaler wehren muss, greift dabei auf Antioxidantien zurück. Sie wirken „gegen die Oxidation“, wie der Name schon nahe legt. Dadurch werden die gesundheitsschädigenden Effekte der freien Radikalen neutralisiert.

Antioxidantien werden auch als Radikalfänger bezeichnet. Da Antioxidantien nicht vom Körper selbst hergestellt werden können, müssen sie durch die Nahrung oder Ergänzungspräparate aufgenommen werden. Als besonders wirksamer Radikalfänger gilt OPC aus Traubenkernen.

 

Die vielfältigen Einsatzgebiete von OPC im Traubenkernextrakt

OPC wird starkes Heilpotential in ganz unterschiedlichen Bereichen zugesprochen. Als gesichert gilt, dass OPC Wirkung bei Venenleiden hat. Wassereinlagerungen und Schwellungen in den Beinen, Krampfadern, Ödeme oder Venenschwäche können von der Einnahme von OPC Pulver bzw. Kapseln profitieren, wie bereits Studien aus den Jahren 1993 und 1999 belegen. (6/7) Doch es wird Gesundheitspotential auch weit darüber hinaus gesehen.

 

OPC für Haut und Haar

OPC aus Traubenkernextrakt gilt als Anti-Aging-Könner. Es wird als „natürliches Face-Lifting“ bezeichnet. In der Kosmetik wird es Cremes und Salben zur äußerlichen Anwendung zugefügt. Erfahrungsberichte weisen darauf hin, dass es sogar bei Neurodermitis gute Erfolge als unterstützende Maßnahme erzielen kann. Hierbei stehen die antientzündlichen und zellregenerierenden Eigenschaften des Wirkstoffes im Vordergrund.

Auch das Haar kann von OPC profitieren. Tierversuche zeigten, dass das Haarwachstum angeregt werden kann. Das ergaben japanische Studien. (8) Die Haare werden glänzender, weicher und dichter.

 

OPC unterstützt die Wundheilung

Bei der Wundheilung kommen die positiven Auswirkungen, die OPC auf die Haut und das Bindegewebe hat, ebenfalls zum Tragen. Es hat sich gezeigt, dass Wunden unter dem Einfluss von OPC schneller und komplikationsloser abheilen können. Die Produktion körpereigener Reparaturstoffe wird angeregt und der Körper bei der Reinigung der Wunde von Keimen unterstützt. (9)

 

OPC für Nerven und Gehirn

Zwar fehlen noch aussagekräftige Humanstudien, doch Tierstudien lassen hoffen, dass auch Alzheimer und Demenz sich durch OPC positiv beeinflussen lassen. (10) Gehirn und Nerven werden geschützt, so dass das Erkrankungsrisiko reduziert werden kann. Das erklärt sich daraus, dass OPC in der Lage ist, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren und dann direkt auf die Hirnfunktionen Einfluss nehmen kann. Vor allem Resveratol, ein weiterer Inhaltsstoff von Traubenkernextrakt, scheint dabei unterstützend zu wirken.

 

OPC als Herzschutz

herzschutz

OPC als Herzschutz

Eine Studie mit polyphenolhaltigen Säften, die mit OPC angereichert wurden, zeigte eine Verbesserung von Blutwerten, die als Indikatoren für die Arteriengesundheit angesehen werden. Damit ist auch ein Schutz des gesamten Herz-Kreislauf-Systems verbunden. (11) Schon nach vierwöchiger Einnahme konnten deutliche Veränderungen gemessen werden.

 

OPC gegen Diabetes Typ 2

Mehr als hundert Studien haben sich inzwischen mit dem Einfluss von OPC auf den Blutzuckerspiegel beschäftigt. Die Ergebnisse sind vielversprechend. Eine Tierstudie der der Universität Montpellier ergab, dass durch OPC-Verzehr die Blutfette sanken, die wiederum klassische Begleiterscheinung von Diabetes Typ 2 sind.

Viele weitere Studien beschäftigen sich mit der Wirkung von OPC etwa bei Allergien, erhöhtem Cholesterinspiegel, prämenstruellem Syndrom (PMS), Augenleiden oder Krebserkrankungen. Eine Zusammenfassung über insgesamt 63 Studien bietet ein Artikel in Intelligent Nutrition. (12) Im Tierversuch konnten gute Resultate bei Darmkrebs erzielt werden. (13) Andere Studien zeigen bisher keine belastbaren Ergebnisse, es wird aber kontinuierlich weiter geforscht.

 

Haben auch die übrigen Inhaltsstoffe des Traubenkernextrakts gesundheitlichen Wert?

Der Hauptwirkstoff von Traubenkernextrakt ist eindeutig OPC. Die beeindruckende Vielfalt, in der es für unsere Gesundheit genutzt werden kann, wurde gerade hinreichend erläutert. Aber auch die übrigen Wirkstoffe, also die Polyphenole Resveratol und die Lignane, oder die zu den Flavonoiden gehörenden Catechine haben in diesem Zusammenhang durchaus ihre Daseinsberechtigung. Denn ein Wirkstoff ist selten ganz allein für einen Gesundheitseffekt verantwortlich. Oft sind es gerade die sich ergänzenden Eigenschaften mehrerer Inhaltsstoffe, die aus einem Lebensmittel ein Heilmittel machen.

Im Falle der Traubenkerne mit OPC und den genannten weiteren Inhaltsstoffen kann man also sagen: Die Wirkung von Traubenkernextrakt wird durch die Gesamtheit der antioxidativen, antiviralen, antibakteriellen, antientzündlichen, zell- und herzschützenden Eigenschaften deutlich vergrößert.

 

Empfohlene Ergänzungen zum OPC

So wie OPC sich verstärkend und verlängernd auf die Wirkung von Vitamin C auswirkt, so gibt es weitere Nährstoffe, die eine optimale Ergänzung zu OPC sind und dessen Wirkung positiv beeinflussen. Dazu gehören das bereits erwähnte

Vitamin C

sowie

Rutin,

ein sekundärer Pflanzenfarbstoff, der antioxidativ und durchblutungsfördernd wirken kann und als Nahrungsergänzung bei Arthritis und zur Stärkung der Blutgefäße empfohlen wird. Es kommt beispielsweise in Knoblauch, Buchweizen, Kakaopulver, Himbeeren und Fenchel vor.

Quercetin,

ein Antioxidans, das auch als natürliches Antihistamin gilt und damit gegen Allergien wirksam sein kann. Zusammen mit Curcumin kann Quercetin gegen Darmpolypen wirken. (14) Es kommt in nennenswerten Mengen in Zwiebeln, Tee (Camellia sinensis), Kapern und Liebstöckel vor.

Hesperidin

gehört zur Gruppe der Bioflavonoide und wird in Kombinationspräparaten bei Durchblutungsstörungen, Krampfadern, Blutgefäßerkrankungen und Hämorrhoiden eingesetzt. Es kommt in den Schalen von Zitrusfrüchten vor.

Taxifolin auch: Dihydroquercetin,

ist ebenfalls ein Antioxidans, das in einer Studie der Universitäts-Hautklinik Mainz in einer Studie gegen Hauterkrankungen (Neurodermitis) getestet wurde. Es kommt vor allem im Stamm von Lärchen vor.

Es werden eindeutige Synergieeffekte zwischen OPC und diesen fünf Stoffen gesehen.

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Die Darreichungsformen von Traubenkernextrakt und OPC

OPC Traubenkernextrakt Kapseln sind die am häufigsten genutzte Möglichkeit, die wertvollen Inhaltsstoffe der Traubenkernschalen zu nutzen. Sie sind einfach einzunehmen und nach Packungsanleitung zu dosieren. Da sich die Kapselhülle im Magen langsam auflöst, werden auch die Wirkstoffe langsam aufgenommen und verwertet. Das ist ein Vorteil gegenüber losem Pulver, das in Wasser oder Saft eingerührt und schnell verdaut wird. So haben die Wirkstoffe weniger Zeit, sich zu entfalten. Allerdings ist das Pulver kostengünstiger als OPC Kapseln. Vielfach enthalten Traubenkernextrakt Kapseln auch zusätzliche Wirkstoffe, die sich in ihren positiven Gesundheitswirkungen gegenseitig unterstützen. Das wurde bereits weiter oben ausgeführt.

Traubenkernpulver wird auch als „Traubenkernmehl“ bezeichnet. Es ist meist etwas weniger fein vermahlen als das Pulver, das in die Kapseln wandert. Für ein Kilogramm Traubenkernmehl müssen die Kerne von 50 Kilogramm Trauben herhalten. Das eher geschmacksneutrale Mehl kann als glutenfreie Backzutat verwendet werden. Die wertbestimmenden Inhaltsstoffe des Traubenkernextraktes, die Polyphenole, werden durch die Hitze nachweislich nicht angegriffen.

 

Gibt es Nebenwirkungen?

Nebenwirkungen von Traubenkernextrakt oder OPC Kapseln sind bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nicht zu erwarten. Etwa 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht werden als problemlos angesehen. (15) Allerdings können OPC die Eisenaufnahme aus dem Darm behindern. Eiweiß aus Molkereiprodukten reduziert vermutlich die antioxidative Wirkung von OPC, so dass die Einnahme der Kapseln besser nicht zusammen mit Milch oder ähnlichem erfolgen sollte. Auch Traubenkernmehl sollte demnach nicht zusammen mit Milcheiweiß verwendet werden.

 

Was beim Kauf zu beachten ist

Wer Traubenkernextrakt bzw. OPC kaufen will, sollte darauf achten, dass das Pulver aus Bio-Trauben gewonnen wurde. Künstliche Zusatzstoffe – also Füllmittel, Trennmittel oder andere Hilfsmittel wie Farb- und Aromastoffe sowie Zucker, Stärke und Konservierungsmittel – sollten tabu sein. Veganer achten auf Kapselhüllen aus Pflanzenfasern, also ohne tierische Bestandteile. Der oft auf den Packungen angegebene hohe ORAC-Wert *) ist ein gutes Indiz für ein hochwertiges Produkt, aber nicht der einzige Maßstab.

 

Fazit

Traubenkernextrakt ist ein Nahrungsergänzungsmittel, das reich an gesundheitlich wertvollen Inhaltsstoffen ist. Wegen seiner antioxidativen Wirkung und seinen entzündungshemmenden, antiviralen, antibakteriellen Eigenschaften ist Traubenkernextrakt aber ein sehr wertvolles Nahrungsergänzungsmittel, das das Allgemeinbefinden und die Widerstandskraft verbessern kann. Die heilende Wirkung bei Venenleiden gilt als erwiesen. Auch bei Hauterkrankungen und zur Wundheilung kann der Extrakt beitragen. Weitere Anwendungsgebiete sind in der Erforschung.

Allerdings sieht die EFSA (europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) bisher trotz aller positiver Studienergebnisse keine hinreichend belegten gesundheitlich oder physiologisch relevanten Wirkungen durch die Einnahme von Traubenkernextrakt. Weder bei gesunden noch kranken Menschen sind laut EFSA bisher ausreichend aussagekräftige klinische Forschungen vorhanden. Deshalb gelten Traubenkernextrakt und OPC nicht als Heilmittel. Von den wissenschaftlichen Kommissionen E/ESCOP (BfArM) und HMPC **) wurden die medizinischen Wirkungen bisher nicht bearbeitet.

 

 

Quellen

(1) Nakamura, Y. et al.: Analysis of Proanthocyanidins in Grape Seed Extracts, Health Foods and Grape Seed Oils. 2003

https://www.jstage.jst.go.jp/article/jhs/49/1/49_1_45/_article

(2) Bertelli, A. et al.: Resveratrol, a natural stilbene in grapes and wine, enhances intraphagocytosis in human promonocytes: a co-factor in antiinflammatory and anticancer chemopreventive activity. 1999

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10761539

(3) http://dgk.de/meldungen/pravention-und-anti-aging/resveratrol-gegen-retinopathie.html

(4) http://dgk.de/meldungen/pravention-und-anti-aging/epicatechin-aeur-ein-neues-vitamin.html

(5) http://www.anthogenol.de/prof-jack-masquelier

(6) Henriet JP.: Veno-lymphatic insufficiency. 4.729 patients undergoing hormonal and procyanidol oligomer therapy. In: Phlebologie, 1993

(7) Costantini, A. et al.: Clinical and capillaroscopic evaluation of chronic uncomplicated venous insufficiency with procyanidins extracted from Vitis vinifera. 1999

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10356940

(8) Takahashi, T. et al.: Procyanidin oligomers selectively and intensively promote proliferation of mouse hair epithelial cells in vitro and activate hair follicle growth in vivo. 1999

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10084307?ordinalpos=2&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_DefaultReportPanel.Pubmed_RVDocSum

(9) Chandan Sen et al.: Dermal wound healing properties of redox-active grape seed proanthocyanidins. Free Radic Biol Med. 2002

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12374620

(10) Jun Wang et al.: Grape-Derived Polyphenolics Prevent Aβ Oligomerization and Attenuate Cognitive Deterioration in a Mouse Model of Alzheimer’s Disease. The Journal of Neuroscience, 2008

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2806059/

(11) Mullen, W. et al.: A Pilot Study on the Effect of Short-Term Consumption of a Polyphenol Rich Drink on Biomarkers of Coronary Artery Disease Defined by Urinary Proteomics. 2011

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22070129

(12) https://www.inutro.com/opc-oligomere-procyanidine-traubenkernextrakt

(13) Derry, M.M. et al.: Grape seed extract efficacy against azoxymethane-induced colon tumorigenesis in A/J mice: interlinking miRNA with cytokine signaling and inflammation. 2013

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23639480

(14) Cruz–Correa, Marcia et al.: Combination Treatment With Curcumin and Quercetin of Adenomas in Familial Adenomatous Polyposis. 2006

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1542356506002783

(15) Yamakoshi J. et al.: Safety evaluation of proanthocyanidin-rich extract from grape seeds. 2002

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11955665

*) ORAC = Oxygen Radical Absorbance Capacity: Methode zur Messung antioxidativer Eigenschaften in Pflanzenextrakten, Nahrungsmitteln und biologischen Substanzen.

**) HMPC = Herbal Medicinal Product Committee, Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittelbehörde, EMA

Diese Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschliesslich als Informationsquelle für Interessierte gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Die Informationen stellen auf keinen Fall einen Ersatz für Beratungen oder Behandlungen durch ausgebildete und anerkannte Ärzte oder sonstige nach deutschem Recht zugelassene Heilpersonen dar. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker. Wenn Sie sich tiefergehend über entsprechende Produkte informieren wollen, lassen Sie sich von einem Arzt oder Heilpraktiker beraten bzw. besorgen Sie sich weiterführende Fachliteratur.

Bildquellen

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  • Wein: Bildquelle: 123rf monamonash
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