Kürbiskerne und Ihre Gesundheitskraft

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Kürbiskerne

Die Kraft der Kürbiskerne ist seit Jahrhunderten bekannt. Viele der ihnen zugeschriebenen Wirkungen sind inzwischen wissenschaftlich erwiesen. Während das gesunde Fruchtfleisch der zahlreichen Kürbisarten vor allem in Herbst und Winter den Speiseplan bereichert, stehen uns Kürbiskerne rund ums Jahr zur Verfügung. Sie sind schmackhafte Zutat zu Backwaren, Müsli, Suppen und Salaten oder einfach ein köstlicher Knabberspaß. Aus gesundheitlicher Sicht lohnt es sich, Kürbiskerne regelmäßig in den Speiseplan einzubauen oder ihre medizinische Wirkung gezielt zu nutzen.

 

 

Wie Kürbiskerne gewonnen werden

Der Kürbis hat seine Heimat in Mexiko und Amerika, wo er zu den ältesten Kultur- und Nahrungspflanzen gehörte. Es heißt, Kolumbus habe die Frucht als erster in seinen Reiseberichten beschrieben. Inzwischen findet man ihn in vielen heimischen Gärten. Hauptanbaugebiete sind die Steiermark und angrenzende Regionen Ungarns, sowie China, Südamerika, Argentinien und Indien. Was Sie vielleicht nicht wissen: Der Kürbis ist kein Gemüse, sondern eine Beerenfrucht aus der Familie der Cucurbitaceae.

 

Der Garten-Kürbis

Für die Gewinnung von Kürbiskernen, die Sie zum Essen kaufen können, wird der so genannte Garten-Kürbis (Cucurbita pepo) verwendet. Für die Ernte werden heute Vollerntemaschinen genutzt, die gleich Kerne und Fruchtfleisch trennen. Die Kerne werden gewaschen und bei einer Temperatur von maximal 70 Grad Celsius schonend getrocknet. Am Ende können Sie sie natur, geröstet, gesalzen, gesüßt, mit Gewürzen veredelt, sogar mit Schokolade umhüllt genießen.

 

Der Ölkürbis

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Ölkürbis

Ein weiteres wertvolles und gesundes Produkt, das aus den Kürbiskernen gewonnen wird, ist das bekannte Kürbiskernöl, das vor allem in der Steiermark hergestellt wird. Hierfür wird eine Variante des Gartenkürbis, der Ölkürbis (Cucurbita pepo var. styriaca) verwendet. Er wurde Anfang des 19. Jahrhunderts in der Steiermark so gezüchtet, dass seine Kerne anstelle von einer verholzten Schale nur noch von einem feinen Häutchen umgeben sind. Die getrockneten Kerne werden vor der Pressung geröstet, um den Geschmack des dunklen Öls zu intensivieren.

 

Der Arzneikürbis

Der moderne Arzneikürbis ist eine Weiterentwicklung des alten Gartenkürbis und des steirischen Ölkürbis, der aus medizinischer Sicht hierfür besonders geeignet ist. Der Arzneikürbis wird vor allem in der pannonischen Tiefebene Ungarns angebaut. Nur die Kürbissamen (Kerne) und das daraus gewonnene Öl werden medizinisch genutzt.

 

Die Hauptwirkstoffe der Kürbiskerne

Geht es um die Gesundheitskraft der Kürbiskerne, so stehen natürlich nicht der Geschmack, sondern die Inhalts- und Wirkstoffe im Fokus. Im Wesentlichen handelt es sich um folgende Vitalstoffe:

 

Phytosterine (auch: Phytosterole)
Phytosterine zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen. Diese bioaktiven Stoffe kommen vor allem in fettreichen Pflanzen vor. Sie wirken unter anderem auf den Cholesterinstoffwechsel.

 

Fettsäuren
Der Ölgehalt von Kürbiskernen liegt bei 45 bis 50 %. Stearinsäure, Palmitinsäure, Linolsäure und Oleinsäure sind die Hauptfettsäuren der Kerne. Ernährungsphysiologisch wichtig ist vor allem die Linolsäure, die vom Körper nicht selbst hergestellt werden kann. Fettsäuren haben vielfältige Aufgaben im menschlichen Organismus.

 

Vitamine
Kürbiskernöl ist reich an antioxidativem Vitamin E. Außerdem findet man im Kürbiskern die Vitamine des B-Komplexes, Vitamin A, C und D. Carotinoide (Provitamin A) schützt die Haut vor negativen Umwelteinflüssen. Der hohe Gehalt an Carotinoiden ist übrigens verantwortlich für die kräftig gelb-orange Färbung des Kürbisfleisches und die dunkelgrüne Farbe des Kürbiskernöls.

 

Mineralstoffe und Spurenelemente
Zu den wertvollen Mineralstoffen im Kürbiskern zählen Zink, Kalium, Magnesium, Phosphor, Kupfer, Eisen, Kalzium und Mangan.

 

Phytoöstrogene
Der Kürbis zählt zu den Pflanzen, dessen Samen eine hormonähnliche Wirkung entfalten können. Das kommt sowohl Frauen wie Männern in den Wechseljahren zu Gute.

 

Enzyme
Enzyme, in ihrer chemischen Struktur Proteine, werden für praktisch alle Stoffwechselvorgänge und den Hormonhaushalt benötigt. Sie helfen bei der Prävention von Krankheiten und unterstützen das Immunsystem.

 

Aminosäuren
Aminosäuren sind die wichtigsten Bausteine unserer Zellen und sorgen unter anderem für eine gesunde Haut. Die in den Kürbissamen reichlich enthaltene Aminosäure L-Tryptophan gilt zudem als Stimmungsaufheller.

 

Ballaststoffe
Die knapp 9 Gramm Ballaststoffe je 100 Gramm Samen unterstützen die Verdauung und helfen beim Abtransport von Schadstoffen, Stoffwechselendprodukten und Fetten.

Ein Leichtgewicht sind Kürbiskerne übrigens nicht gerade: satte 580 Kilokalorien schlagen pro 100 Gramm zu Buche!

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Gesundheitliche Anwendungsgebiete

Die Monographie der Kommission E des BfArM bescheinigt Cucurbitae peponis semen (Kürbissamen) medizinische Wirkung bei den nachfolgend benannten Beschwerden. (1)

 

Kürbiskerne bei Prostataleiden

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Kürbiskermöl

Die Kommission E benennt Prostatavergrößerung in den Stadien I und II und damit verbundene Miktionsstörungen der Blase (Entleerungsstörung) als Einsatzgebiet für Kürbiskerne. Die Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie, BPH) als solche wird zwar nicht behoben, die Beschwerden und damit die Lebensqualität aber nachweislich gebessert. (2) Hauptverantwortlich für diesen Effekt sind vermutlich die Inhaltsstoffe Beta-Sitosterol und Delta-7-Sterin.

 

Kürbiskerne gegen Reizblase

Auch bei einer Reizblase („nervöse“ Blase) kann sich die Verwendung von Kürbiskernen positiv auswirken, wie die Kommission E und Studien bestätigen. (3) Vor allem bei postmenopausalen Frauen lassen sich offensichtlich die nächtlichen Toilettengänge reduzieren und Blaseninkontinenz bessern. Bestimmte Inhaltsstoffe scheinen dabei auch die Beckenbodenmuskulatur zu stärken.

 

Kürbiskerne gegen zu hohe Cholesterinwerte

Die Phytosterine aus den Kürbiskernen werden kaum verstoffwechselt, gelangen deshalb von der Leber aus mit dem Gallensaft in den Dünndarm. Hier verdrängen sie das Cholesterin, bevor es aus der Nahrung resorbiert werden kann. Es resultiert daraus eine Senkung des Cholesterinspiegels. Das wurde beispielsweise anhand einer Studie mit postmenopausalen Frauen festgestellt. (4)

 

Kürbiskerne in der Alternativmedizin und Volksheilkunde

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alternative Medizin

Neben den durch die Kommissionen anerkannten Einsatzgebieten zeigen zaghafte Forschungsergebnisse und vor allem lange Tradition und Erfahrung, dass es noch weitere Anwendungsgebiete für die Gesundheitskraft der Kürbiskerne gibt. So sollen seine Vitamine und Mineralstoffe (Zink, Vitamin E) im Zusammenwirken mit den hochwertigen Fettsäuren für eine schöne Haut sorgen. Wegen der cholesterinsenkenden und stimmungsaufhellenden Wirkung gelten Kürbiskerne auch als Knabberei, die das Herz schützen und gegen depressive Verstimmungen wirken können. Beobachtungen zufolge sind Kürbiskerne geeignet, Nierensteinen vorzubeugen, da sie die Bildung von Kalzium-Oxalat reduzieren können, das zu Kristallen („Steinen“) ausfällt. Die Homöopathie setzt Zubereitungen aus den frischen reifen Samen des Kürbis (Cucurbita pepo) gegen Erbrechen ein. (5) Als altes Hausmittel gilt die Einnahme von Kürbiskernöl bei Verstopfung. Und eine Einreibung mit dem kostbaren Öl soll gegen Cellulite helfen.

 

Einnahme und Dosierung

Natürlich hängt die Menge und Form der Einnahme von Kürbiskernen stark davon ab, welchen Zweck Sie damit verfolgen. Darauf ist die Dosierung (Menge an Kernen, Kürbiskernöl oder ein spezielles Präparat) anzupassen. Die empfohlene Menge Kerne liegt bei 10 bis 15 Gramm täglich, um eine allgemein gesundheitsfördernde Wirkung zu erzielen.

 

Gibt es Nebenwirkungen?

Kürbiskerne haben bei bestimmungsgemäßer Verwendung keine Nebenwirkungen. Sehr selten treten Kreuzallergien zu Zucchini auf, die ebenfalls zu den Kürbisgewächsen zählen. Wechselwirkungen mit anderen Arzneien oder Gegenanzeigen sind bisher nicht bekannt.

 

Kürbiskerne selbst gewinnen – geht das?

Der Kürbis ist eine wärmeliebende Pflanze. An einem sonnigen Standort können Sie sie aber recht problemlos selber ziehen. Und wenn das leckere Fruchtfleisch in Ihren Kochtopf wandert, müssen Sie die Kerne nicht wegwerfen. Rubbeln Sie die Kerne frei, waschen Sie sie unter fließendem Wasser und trocknen Sie sie dann bei 180° bis 200° Celsius im Backofen. In einer verschließbaren Dose sind die Kerne lange haltbar.

 

Fazit

Der Kürbis, die „Heilpflanze des Jahres 2005“, und seine Samen haben eindeutig einen gesundheitlichen Nutzen. Die Kerne wirken entzündungshemmend, antioxidativ, antimikrobiell, harntreibend, entwässernd und cholesterinsenkend. Sie werden in der Pflanzenheilkunde insbesondere gegen Prostataleiden und
Blasenschwäche, aber auch gegen Nierenleiden, Magen-Darm-Erkrankungen und Herzprobleme eingesetzt. Viele Wirkungen sind durch empirische Studien belegt, die Effekte der einzelnen Inhaltsstoffe und ihr Zusammenspiel muss noch weiter
erforscht werden. Als gesundes Lebensmittel tragen Kürbiskerne zu einer vollwertigen und nährstoffreichen Ernährung bei.

 

Quellen

(1) Monographie BGA/BfArM (Kommission E), 30.11.1985
(2) Damiano, R. et al.: The role of Cucurbita pepo in the management of patients affected by lower urinary tract symptoms due to benign prostatic hyperplasia: A narrative review. 2016
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27377091
(3) Nishimura, M et al.: Pumpkin Seed Oil Extracted From Cucurbita maxima Improves Urinary Disorder in Human Overactive Bladder. 2014
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24872936
(4) Gossell-Williams, M. et al.: Improvement in HDL cholesterol in postmenopausal women supplemented with pumpkin seed oil: pilot study. 2011
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21545273
(5) Monographie BGA/BfArM (Kommission D), 16.06.1987

 

Diese Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschliesslich als Informationsquelle für Interessierte gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Die Informationen stellen auf keinen Fall einen Ersatz für Beratungen oder Behandlungen durch ausgebildete und anerkannte Ärzte oder sonstige nach deutschem Recht zugelassene Heilpersonen dar. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker. Wenn Sie sich tiefergehend über entsprechende Produkte informieren wollen, lassen Sie sich von einem Arzt oder Heilpraktiker beraten bzw. besorgen Sie sich weiterführende Fachliteratur.

Bildquellen

  • kuerbiskerne: 123rf Natallia Khlapushyna
  • oelkuerbis: Fotolia juniart
  • kuerbiskernoel: 123rf ddukang
  • alternative-medizin: 123rf Roman Motizov
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