Bockshornklee Wirkung & Inhaltsstoffe

Bei Bockshornklee handelt es sich um eine einjährige Pflanze mit kleeartigen Blättern, die zu den Schmetterlingsblütengewächsen  innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler gehört. Die Wuchshöhe beträgt ca. 50cm

Die Blütezeit ist von Juni bis Juli. Danach entwickeln sich die gelblich weißen Blüten zu ca. 10 cm langen Schoten

Bockshornklee

Bockshornklee

Diese Schoten haben eine gehörnte Form, woraus sich auch der Name erklärt.

In den Schoten enthalten sind die Samen des Bockshornklees. Diese werden wegen ihres angenehm würzigen Geschmacks auch gerne in der Küche verwendet und können daher als Gewürz für verschiedene Speisen genutzt werden (dazu später mehr).

Bereits im Mittelalter wussten die Benediktinermönche die Samen aufgrund ihrer heilenden Wirkung zu schätzen; auch Hildegard von Bingen und Pfarrer Sebastian Kneipp nutzten sie als Hausmittel bei der Behandlung vieler Beschwerden. Welche das sind erfahren Sie in diesem Artikel.

 

Name und Herkunft

Trigonella foenicum-graecum (Griechischer Bocks-Hornklee) bedeutet wörtlich übersetzt „griechisches Heu“

Die genaue Herkunft ist nicht bekannt. Der Ursprung des Bockshornklees wird im Orient vermutet. Er kommt aber auch in ganz Südeuropa in seiner Wildform vor.

 

Wirkstoffe von Bockshornklee

Etwa 30 Prozent der Bestandteile der Samen sind Schleimstoffe. In 100 Gramm Samen sind an wirksamen Inhaltsstoffen

  • 23 Gramm Proteine
  • 191 mg Magnesium
  • 176 mg Kalzium
  • 33,5 mg Eisen
  • 3 mg Vitamin C
  • 0,6 mg Vitamin B6

enthalten, weiterhin enthalten die Samen die Vitamine A, D und B3, das Coenzym B12, das Hormon Foenugraecin und ätherische Öle.

Darüber hinaus enthält Bockshornklee Saponine und Bitterstoffe, die zusammenziehend (adstringierend), schmerzlindernd und stoffwechselfördernd wirken.

Weitere Eigenschaften der enthaltenen Wirkstoffe sind:

  • erweichend
  • schleimlösend
  • milchbildend
  • blutzuckerspiegel-senkend
  • krampflösend

Die enthaltenen Proteine sind am Muskelaufbau und an verschiedenen Stoffwechselvorgängen beteiligt, Kalzium ist ein wichtiger Baustein der Knochen und reguliert den Stoffwechsel, Eisen fördert die Blutbildung, Magnesium unterstützt Nerven- und Muskelfunktionen, Vitamin C stärkt die Abwehrkräfte, Vitamin A unterstützt die Sehkraft.

Die ätherischen Öle verleihen den Samen ihren charakteristischen Geschmack und haben eine desinfizierende Wirkung.

 

Nährwerte von Bockshornklee

In 100 Gramm der Pflanze sind ca. 323 Kilokalorien enthalten, darüber hinaus enthalten 100 Gramm Bockshornklee unter anderem

  • 58 Gramm Kohlenhydrate, darunter 25 Gramm Ballaststoffe
  • 23 Gramm Proteine
  • 6 Gramm Fett, darunter 1,5 Gramm gesättigte Fettsäuren
  • 67 mg Natrium
  • 770 mg Kalium

Die Samen sind frei von Cholesterin, daher ist der Samen sehr gut für Menschen mit einem erhöhten Cholesterinspiegel geeignet.

Da Bockshornklee-Samen über einen hohen Anteil an Ballaststoffen verfügen, wird die Verdauung angeregt, die Darmgesundheit wird gefördert.

 

Bockshornklee in der Küche

Bockshornklee-Blätter

Bockshornklee-Blätter

Die Samen sind aufgrund ihres würzigen Aromas Bestandteil vieler Currymischungen.

Mit Bockshornklee-Samen können Sie auch Quark würzen, um ihn als Brotaufstrich, zu Pellkartoffeln oder als Dip für Gemüsestreifen zu essen.

Im Handel werden verschiedene Schnittkäse-Sorten mit Bockshornklee angeboten.
Auch zum Würzen von Salaten sind  die Samen geeignet, doch können Sie die Samen auch zum Backen von Brot verwenden.

Die Samen sind eine Bereicherung zum Würzen von Suppen, Soßen, Fleisch- und Fischgerichten.

Die Keimlinge werden, ähnlich wie Kresse, als Zutat für Salate oder als Belag für Brote mit Butter, Frischkäse oder Quark verwendet.

Die Samen können allerdings auch für die Bereitung von Tee verwendet werden.

 

Bockshornklee in der Volksmedizin

Schon im Altertum wurde Bockshornklee von den Ägyptern und der Bevölkerung des Mittelmeerraums als Arzneipflanze genutzt.

So soll Hippokratis Ihre vielseitige Verwendbarkeit geschätzt haben.

In Ägypten wurden die Samen zu medizinischen und religiösen Zwecken verwendet.

Im Orient und Nordafrika wird Bockshornklee bei Impotenz und Regelbeschwerden verwendet.

Im mittelalterlichen Nordeuropa fand Bockshornklee auch bei Hildegart von Bingen und Sebastian Kneipp großen Anklang. Sie nutzten die Samen gegen Fieber, Brust- und Lebererkrankungen, als Abführ- und Hustenmittel sowie zur Behandlung von Geschwüren.

 

Bockshornklee in der Naturheilkunde

In der Naturheilkunde finden vorrangig die Samen Verwendung Grund dafür sind die vielfältig enthaltenen Schleimstoffe, Öle und Gerbstoffe.
Diese Inhaltsstoffe machen z.B. die Bockshornklee-Pflaster so stark entzündungsziehend.

Wissenschaftlich anerkannt ist die innerliche Anwendung von Bockshornsamen bei Appetitlosigkeit.

Auch bei den äußerlichen Anwendungen z.B bei Furunkeln, Hautentzündungen und Ekzemen wurde die Wirkung anerkannt.

Der Tee regt den Appetit an, wenn er vor den Mahlzeiten getrunken wird. In Apotheken, Drogerien und Reformhäusern wird auch fertiger Tee angeboten.

Äußerlich kann Bockshornklee für Umschläge verwendet werden, dazu mischen Sie 50 Gramm Samenpulver mit 250 Milliliter Wasser, bringen diese Mischung in einem Topf zum Kochen und lassen alles fünf Minuten köcheln. Dieser Sud kann entzündungshemmend wirken und das Hautbild verbessern, er kann daher für feucht-warme Umschläge genutzt werden.

Halsschmerzen

Tee: auf eine Tasse Tee ein Kaffeelöffel zerkleinerte Kleeblätter.

Tee als Kaltwasserauszug:  2 gehäufte Teelöffel Samen zerreiben, das entstandene Pulver 2-3 Stunden in kalten Wasser einweichen. Kurz erhitzen und im Anschluss durch ein feines Sieb abseihen.

Eine Tasse pro Tag trinken.

 

Eitrige Halsentzündung

Bockshornklee-Samen zu gleichen Teilen mit Salbei mischen, eine halbe Stunde aufkochen. Mit dem Sud öfters Gurgeln.

 

Geschwülst

Kleesamen zusammen mit Leinsamen zu Brei kochen. Brei auf ein Tuch streichen und so heiß wie möglich auf das Geschwülst legen.

Der gleiche Brei (ohne Leinsamen) kann auch von stillenden Müttern, bei  Verhärtung der Brust als Auflage genutzt werden. Dann natürlich nicht so heiß wie bei Geschwülsten.

 

Furunkel, Karbunkel, Brustknoten…..

Drüsenanschwellung, Nagelbettentzündung, zum Herausziehen von Fremdkörpern, Knochen-Hautentzündung und gegen den Steinkropf

Entweder Samenkörner aufkochen (ca. 15 Minuten) oder Pulver aus Bockshornkleesamen verwenden.
Beiden Arten der Zubereitung werden wie folgt weiterverarbeitet:

Mit warmen Wasser (Essig ist auch möglich) verrühren und als Kompresse auflegen.

 

Starkes Schwitzen

Bockshornklee kann bei starkem Schwitzen helfen, Sie sollten dafür zwölf Esslöffel Samen mehrere Stunden in einem Liter Wasser einweichen und den Ansatz kurz aufkochen. Der Sud kann für Bäder und Waschungen verwendet werden.

 

Haarausfall

Bockshornklee kann gegen Haarausfall helfen, Sie können aus frischen Bockshornklee-Blättern oder aus pulverisiertem Samen eine Paste mit Kokosöl bereiten, auf die Kopfhaut auftragen und nach einer halben Stunde auswaschen.

 

Tipp

Bei der Verwendung von starken Abführmitteln, etwas Bockshornkleesamen (als Tee oder Pulver) hinzufügen. Dies wirkt der Darmreizung entgegen, ohne die Wirkung des Abführmittels zu schwächen.

Das in den Blättern enthaltene Cumarin, macht es für Kräuterkissen unentbehrlich.

 

Was Sie bei der Beschaffung von Bockshornklee beachten sollten

Sie sollten darauf achten, dass es sich um zertifizierte und gereinigte Produkte aus biologischem Anbau handelt. Hier können Sie sicher sein, dass die Samen nicht mit Schadstoffen belastet sind.

 

Gegenanzeigen

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen von Bockshornklee in Verbindung mit anderen Mitteln sind bislang nicht bekannt. Verzehren Sie allerdings übermäßig viele Samen, kann es zu Magen-Darm-Problemen kommen. Diabetiker sollten beachten, dass Bockshornklee den Blutzucker senkt. Bei der äußerlichen Anwendung für Packungen und Umschläge können bei empfindlichen Menschen zu Juckreiz und Hautrötungen auftreten. Solche unerwünschten Nebenwirkungen sind jedoch eher selten. Bockshornklee sollte nicht in der Schwangerschaft verwendet werden

 

Bockshornklee selbst erzeugen

Möchten Sie frische Bockshornklee-Blätter, Sprossen oder Samen verwenden, können Sie Bockshornklee selbst anbauen.
Die Samen können Sie an einem geschützten, sonnigen Standort auf möglichst lehmigem, stickstoffhaltigem Boden aussäen.

Da Bockshornklee nicht winterhart ist, empfiehlt es sich, die Samen zuvor in einem Zimmer-Gewächshaus oder im Gewächshaus vorzukultivieren oder im Frühbeet auszusäen. Die Saat sollten Sie feucht halten, die Keimung erfolgt nach ungefähr einer Woche.

Die Pflanzen sollten Sie vereinzeln. Bockshornklee stellt keine besonderen Ansprüche an die Pflege, Sie müssen nur bei extremer Trockenheit hin und wieder gießen. Von August bis September, wenn sich die Hülsen öffnen, können Sie die Samen ernten.

 

Alternativen zu Bockshornklee

Bockshornklee

Bockshornklee

Vertragen Sie Bockshornklee nicht gut oder mögen Sie den Geschmack nicht, können Sie statt Bockshornklee-Sprossen Kresse-Sprossen verwenden. Kresse ist aufgrund ihres würzigen Geschmacks eine Alternative zu Bockshornklee; ähnlich wie die Samen von Bockshornklee können Sie Knospen oder Blüten von Kresse zum Würzen und zur Bereitung von Quark verwenden.

 

 

 

Fazit

Bockshornklee kann vielfältig verwendet werden. Zum Würzen, für Quark, aber auch sind die Samen geeignet, während sich die Sprossen als Salatzutat und als Brotbelag eignen.

Auch die Blätter können Sie für Salate und zum Würzen verwenden. Möchten Sie Bockshornklee selbst züchten, um die Samen zu ernten oder die Blätter zu verwenden, können Sie die einjährige Pflanze im Garten anbauen.

Bockshornklee kann die Symptome bei Parkinson lindern und zur Senkung des Blutzuckerspiegels beitragen, doch kann er auch die Milchbildung bei stillenden Müttern anregen, gegen Haarausfall helfen und das Hautbild verbessern. Aus den Samen können Sie Tee und Umschläge bereiten.

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Quellen

Handbuch der Klosterheilkunde

Das grosse Kräuter Heilbuch

Wissenschaftliche Studien zu Bockshornklee

Mehrere Studien, deren Ergebnisse 2012 veröffentlicht wurden, ergaben, dass Bockshornklee aufgrund der enthaltenen Aminosäure 4-Hydroxy-Isoleucin den Blutzuckerwert um ca. 50 Prozent senken kann, aber dabei nicht den Insulinhaushalt beeinträchtigt.

Die Studie wurde über mehrere Wochen als Tierversuch durchgeführt (http://www.bockshornklee.info/) Eine Doppelblindstudie mit 50 Parkinson-Patienten ergab, dass Bockshornklee zum Rückgang der Symptome beitragen und die Schädigung von Nervenzellen verzögern kann (http://www.bockshornklee.info/studien.html).

 

Diese Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschliesslich als Informationsquelle für Interessierte gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Die Informationen stellen auf keinen Fall einen Ersatz für Beratungen oder Behandlungen durch ausgebildete und anerkannte Ärzte oder sonstige nach deutschem Recht zugelassene Heilpersonen dar. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker. Wenn Sie sich tiefergehend über entsprechende Produkte informieren wollen, lassen Sie sich von einem Arzt oder Heilpraktiker beraten bzw. besorgen Sie sich weiterführende Fachliteratur.

Bildquellen

  • Bockshornklee: Fotolia © Sea Wave
  • Bockshornklee-Blätter: Fotolia © Brent Hofacker
  • Bockshornklee: Pixabay
Bockshornklee

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