Leinöl- Der Omega-3 Spender Nr.1

Leinöl ist ein Naturprodukt, das die Menschheit seit Jahrtausenden begleitet. Lein, aus dem Leinöl

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Leinsamen Leinblüte

gewonnen wird, gehörte zu den ersten Pflanzen, die überhaupt angebaut wurden. Leinöl diente als Nahrungsmittel, zur Konservierung von Lebensmitteln und als Holzschutzmittel. Bedeutung hat Leinöl auch als Bindemittel für Ölfarben und zur Herstellung von Bodenbelägen.
In den meisten Fällen wird der heutige Konsument dem Leinöl in seiner Funktion als Nahrungsmittel und in Zusammenhang mit pharmazeutischen Produkten begegnen.

 

 

Was ist Leinöl?

Leinöl oder genauer Leinsamenöl, wird aus Leinsamen gepresst. Leinsamen sind die gereiften Samen des Öllein, der wissenschaftlich als Linum usitatissimum bezeichnet wird. Teilweise werden auch weitere Arten der Gattung Linum zur Ölgewinnung genutzt.

Leinöl kann auf verschiedene Arten gepresst werden. Bei der heißen Pressung wird aus getrockneten Leinsamen zuerst eine Art Mehl, dann unter Zusatz von heißem Wasser ein Teig hergestellt. Aus diesem wird mittels einer Hydraulikpresse das Leinöl gepresst. Bei der kalten Pressung kommt eine Schneckenpresse zum Einsatz, 40 Grad wird als die Maximaltemperatur, die das Öl erreicht, genannt.

Die begehrten Inhaltsstoffe des Leinöls machen dieses Naturprodukt allerdings auch zu einer empfindlichen Flüssigkeit. Vor allem Oxidation, also der Kontakt mit dem Luftsauerstoff, stellt eine Gefahr für den Geschmack und die allgemeine Qualität des Leinöls dar. Daher wurden kalte Pressverfahren entwickelt, die diesen Kontakt durch eine Schutzatmosphäre verhindern sollen, teils wird auch sichergestellt, dass keinerlei Lichteinwirkung die Güte des Leinöls vermindert. Das zuletzt genannte Verfahren trägt die Bezeichnung ´Omega safe´, es gibt allerdings auch andere Handelsbezeichnungen.

Die Pressverfahren wirken sich auf die Farbe des Leinöls aus. Während das heiß gepresste Leinöl gelblich mit einem Braunstich ist, ist das kalt gepresste Leinöl goldgelb. Wird Leinöl als Lebensmittel gehandelt oder pharmazeutisch genutzt, dann handelt es sich meist um kalt gepresstes Leinöl.

Leinöl duftet nach Heu und schmeckt in frischem Zustand ein wenig nach Nüssen.

 

Was macht Leinöl so besonders?

Es ist der hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren, der Leinöl so wertvoll macht und ihm seine

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ernährungsphysiologische Sonderrolle verleiht. Der Anteil an ungesättigten Fettsäuren in den Triglyceriden des Leinöls liegt bei 90%, teilweise höher. Besonders bemerkenswert ist der hohe Anteil von Omega-3-Fettsäuren – in Form von Alpha-Linolensäure – von 56 bis 71%, womit Leinöl eindeutiger Sieger vor Chiaöl (maximal 64%) und Perillaöl (etwa 60%) ist. Zum Vergleich: Rapsöl enthält 9% Omega-3-Fettsäuren. Leinöl enthält zudem Vitamin E und weitere Substanzen, die unter anderem Schutz vor den zellschädigenden freien Radikalen bieten. Die Schwankungen in den Prozentzahlen bei Leinöl sind übrigens auf die unterschiedliche Herkunft der Ausgangspflanzen zurückzuführen.

Dennoch macht selbst die niedrigste der angegebenen Prozentzahlen schon deutlich, dass Leinöl nicht nur im Pflanzenreich eine Sonderstellung hat. Sein hoher Gehalt am Omega-3-Fettsäuren übertrifft auch bei weitem diejenigen von Seefischen.

 

Was ist der gesundheitliche Nutzen von Leinöl?

Aus dem oben gesagten ist schon deutlich geworden, dass der Gesundheitswert von Leinöl vorwiegend auf dem hohen Gehalt an Omega-3-Säuren beruht. Also geht es nun um Omega-3-Säuren. Deren Bedeutung für die menschliche Gesundheit ist wissenschaftlich erforscht und unstrittig. Allerdings gibt es weiteren Forschungsbedarf und nicht alle Ergebnisse sind widerspruchsfrei.

Daher sollte man vorsichtig sein, wenn Omega-3-Fettsäuren undifferenziert als Wundermittel

Leinsamen

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angepriesen und in Artikeln bejubelt werden.

Belegbar ist die entzündungshemmende Wirkung von Alpha-Linolensäure (ALA), die auf zwei Wegen stattfindet. Erstens wird aus Alpha-Linolensäure im Körper eine entzündungshemmende Substanz (Serie-3-Eikosanoide) gebildet. Zweitens blockiert ALA eine entzündungsfördernde Substanz.

Alpha-Linolsäute ist ein essentieller Nährstoff, der Körper kann ihn also nicht selbst oder nicht in ausreichender Menge herstellen.

Alpha-Linolensäure (ALA) wird im menschlichen Körper zu Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) umgewandelt. EPA und DHA sind die Substanzen, die als Nahrungsergänzung im Fischölkapseln enthalten sind. Wieviel ALA im menschlichen Körper zu EPA oder DHA wird, ist unklar. Wird bis zu 10% des ALA zu EPA oder weniger als 5%? Wird bis zu 5% ALA in DHA umgebildet oder weniger als 1%?

Wissenschaftlich exakt formuliert: Die Wissenschaft hilft hier nicht immer weiter.

 

 

Wusten Sie, dass…?

ein Umschlag aus zermahlenen Leinsamen ein gutes Hausmittel bei Furunkeln und entzündeten Wunden ist. Er zieht den Eiter heraus und bekämpft die Entzündung.

 

Was sagt die Wissenschaft zum Thema Leinöl

Für den Nutzen von Leinöl spricht auf jeden Fall eine australische Studie. Sie zeigt, dass ein Pflanzenöl,

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das einen hohen Anteil an Alpha-Linolensäure hat, kombiniert mit einer an Linolsäure armen Ernährung, den EPA-Anteil im Gewebe steigen lässt. Und zwar im selben Maße, als würden Fischölkapseln eingenommen. Dieser Punkt geht nun eindeutig an das Leinöl, denn hier sind lediglich zwischen 12 und 18% Linolsäure zu finden. Zum Vergleich: Traubenkernöl hat einen Linolsäureanteil von 58 bis 78%, Distelöl zwischen 55 und 81%.

Ebenfalls für den gesundheitlichen Nutzen von Leinöl spricht eine Studie aus dem Jahr 2009. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass eine höhere Aufnahme von Alpha-Linolensäure dem Körper die Möglichkeit bietet, DHA in für ihn ausreichender Menge zu bilden. Womit sich dann das Schlucken von Fischölkapseln erübrigt, weil der gesundheitliche Nutzeffekt des Leinöls gleichwertig mit demjenigen ist, die diese Nahrungsergänzungsmittel haben können.

An dieser Stelle könnten weitere positive Auswirkungen des Leinöls aufgeführt werden, die bis hin zu Krebsvorbeugung, Hilfe bei Depressionen und Steigerung des Denkvermögens reichen. Angesichts der oben angesprochenen wissenschaftlichen Beweislage ist allerdings große Vorsicht geboten. Zumal in den populärwissenschaftlichen Artikeln meist nicht zwischen ALA als Ausgangssubstanz und deren Umformungen EPA und DHA unterschieden wird.

Aber, wie eben dargelegt, kommt es vor allem auf EPA und DHA an.

 

Leinöl in Kosmetika

Kosmetikhersteller nutzen Leinöl und verweisen auf dessen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren – zu denen sich übrigens auch Omega-6-Fettsäuren gesellen. In diesem Fall dürfte vor allem die Linolsäure Wirkung entfalten. Linolsäure ist Bestandteil der menschlichen Haut und kann Schäden wie Altersflecken zurückbilden.

 

Wie nimmt man Leinöl zu sich?

Die einfachste Methode ist immer noch der Teelöffel Leinöl am Morgen. Ein Küchenklassiker sind Pellkartoffeln mit Leinöl und Quark. Es gibt viele weitere Rezepte, man sollte aber daran denken, dass Leinöl nicht erhitzt werden darf und erst nach dem Kochen zugefügt werden kann – wo es dann allerdings seine geschmackliche Wirkung voll entfaltet.

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Weiterführende Literatur

Leinöl macht glücklich: Das blaue Ernährungswunder

Die Heilkraft von Omega-3. Warum das Leinöl unsere Gesundheit schützt

 

Weiterführende Webseiten:

http://heilkraeuter.de/lexikon/lein.htm

 

Fazit

Der Nutzen von Leinöl ist unstrittig, ein Wundermittel ist es nicht. Soweit belegbar, kann eine regelmäßige Einnahme von Leinöl Fischölkapseln unnötig machen.

Zu beachten ist, dass Leinöl kühl und dunkel gelagert und recht schnell verbraucht werden muss. Beim Kauf ist daher sicherzustellen, dass die Ware frisch in den Handel gekommen ist. Kalt gepresstes Leinöl ist auf jeden Fall vorzuziehen.

 

Diese Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschliesslich als Informationsquelle für Interessierte gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Die Informationen stellen auf keinen Fall einen Ersatz für Beratungen oder Behandlungen durch ausgebildete und anerkannte Ärzte oder sonstige nach deutschem Recht zugelassene Heilpersonen dar. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker. Wenn Sie sich tiefergehend über entsprechende Produkte informieren wollen, lassen Sie sich von einem Arzt oder Heilpraktiker beraten bzw. besorgen Sie sich weiterführende Fachliteratur.

Bildquellen

  • Leinsamen_Leinblüte: Fotolia © Marina Lohrbach
  • Lain-Feld: 123rf Elena Elisseeva
  • Leinsamen: Pixabay
  • Lainblüte: 123RF: Anton Ignatenco
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