Die 7 häufigsten Ernährungsirrtümer

Ernährungsirrtümer sind in der Bevölkerung weit verbreitet.

Die Ernährung ist ein viel diskutiertes Thema, zu dem unzählige Informationen existieren. Wir beschäftigen uns täglich mit der Frage, welche Nahrungsmittel unserem Organismus gut tun, und kommen dabei zu den unterschiedlichsten Ergebnissen. Schokolade beispielsweise soll glücklich machen, ein kleines Schnäpschen regt angeblich die Verdauung an und Vitamin C schützt uns vor Erkältung. Aber stimmt das auch wirklich? Macht Schokolade nicht eher dick, kann Alkohol überhaupt für irgendwas gut sein und ist die Zufuhr von reichlich Vitamin C tatsächlich die Strategie gegen Erkältungen schlechthin? Gerade im Bereich der Ernährung halten sich viele Irrtümer, die inzwischen als solche längst von Ernährungsexperten aufgedeckt worden sind, immer noch hartnäckig.

 

ernährungsirrtümer

Diese 7 Ernährungsirrtümer halten sich hartnäckig.

 

Sieben große Ernährungsirrtümer

Die Flut an Informationen zum Thema Ernährung lässt uns oftmals den Überblick über Mythos und Wahrheit verlieren.

Daher sollten Sie sich mit den verschiedenen Ernährungsweisheiten erst einmal beschäftigen, bevor Sie diesen folgen. Außerdem ist nicht alles, was für den einen gut ist, auch für den anderen von Vorteil, denn jeder Organismus tickt anders. Die moderne Fachliteratur hält aber zum Thema Ernährung jede Menge Erkenntnisse von fähigen Experten bereit, die durchaus als Ernährungswegweiser geeignet sind. Dennoch lassen sich manche Mythen, von denen wir im Folgenden einige Beispiele aufgreifen werden, einfach nicht aus den Köpfen der Bevölkerung verdrängen.

 

Kaffee wirkt entwässernd

Die Meinung, dass Kaffee dem Körper Wasser entzieht, ist weit verbreitet, stimmt so aber nicht.

kaffee

Das Kaffe dem Körper Wasser entzieht, ist ein weit verbreiteter Ernährungsirrtum.

Zwar wirkt Koffein ganz kurzfristig etwas harntreibend, beeinträchtigt den Wasserhaushalt des Körpers aber auf lange Sicht nicht. Studien des Bundes Deutscher Internisten (1) zeigen nachweislich, dass Kaffeetrinker unwesentlich mehr Flüssigkeit ausscheiden als Wassertrinker. Die gute Tasse Kaffee wird inzwischen sogar zur täglich aufgenommenen Flüssigkeitsmenge gerechnet (2). Dennoch gilt natürlich wie bei anderen Genussmitteln auch – weniger ist mehr! Gegen den einen oder anderen Kaffee ist nichts einzuwenden, aber als Durstlöcher eignet er sich dennoch nicht. In größeren Mengen wirkt Koffein nämlich kreislaufanregend und kann zu erhöhtem Blutdruck führen. Also genießen Sie diese Köstlichkeit am besten in Maßen.

 

Fett ist ungesund

Auch das ist ein Ernährungsirrtum, denn bei diesem ohne Zweifel sehr energiereichen Lebensmittelbestandteil kommt es ganz auf Qualität und Menge an.

gesunde-fette

Gesunde Fette

Fette sind lebenswichtig für den menschlichen Organismus und sollten 30 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr ausmachen. Nur, wenn sie täglich große Mengen an Fett zu sich nehmen, wirkt sich das schädlich auf Ihren Körper aus. Außerdem ist Fett nicht gleich Fett, denn ungesättigte Fettsäuren, die beispielsweise in Fisch oder Pflanzenölen enthalten sind, sollen sogar vorbeugend gegen Gefäßerkrankungen wirken. Fettlösliche Vitamine können darüber hinaus vom Organismus überhaupt erst mithilfe des Nahrungsfettes verwertet werden. Sie sollten hinsichtlich Ihres täglichen Fettkonsums aber unbedingt beachten, dass Sie in der Regel schon über Nahrungsmittel wie etwa Soßen, Wurst oder Käse versteckte Fette aufnehmen. Führen Sie dem Körper die übrige Fettmenge also am besten über hochwertige Pflanzenfette zu, die etwa in Oliven- oder Rapsöl enthalten sind (3).

 

 

Kartoffeln machen dick

Falsch, denn 100 Gramm Kartoffeln bringen es gerade mal auf etwa 70 Kalorien.

kartoffeln

Kartoffeln sind nur im Zusammenhang mit Fett dickmacher.

Natürlich kommt es auch bei der leckeren Knolle auf die Zubereitung an. Als Pell-, Salz- oder Ofenkartoffel ist sie sicherlich ein wertvolles Nahrungsmittel, während sie zu Pommes oder Chips verarbeitet zur echten Kalorienbombe wird. Zu beachten ist lediglich, dass die Kartoffel reich an Kohlenhydraten ist. Daher kann sie schnell zur Gewichtsfalle werden, wenn Sie stets etwa einen kräftigen Löffel Butter dazugeben (4). Das Fett wird sofort vom Körper gespeichert, denn Kohlenhydrate lassen den Blutzuckerspiegel im Körper rasch ansteigen.

 

 

Steinobst und Wasser harmonieren nicht

Der Mythos, dass Sie nach dem Genuss von Steinobst wie etwa Kirschen oder Pflaumen kein Wasser trinken sollten, ist ebenfalls nicht haltbar.

kirschen-steinobst

Steinobst soll sich nicht mit Wasser vertragen

Allerdings sollten Sie das Obst vorher sorgfältig waschen, damit Sie keine Bakterien zu sich nehmen. Nach dem Verzehr von nicht gut gewaschenem Steinobst auftretende Bauchschmerzen rühren nämlich oftmals von unerwünschten Bakterien her. Diese werden üblicherweise von der Magensäure bekämpft. Wenn Sie aber anschließend Wasser trinken, wird die Säure so sehr verdünnt, dass die Bakterien leicht überleben können. Waschen Sie Ihr Obst hingegen gründlich, vermeiden Sie die Aufnahme von Keimen. Ihren Durst können Sie dann anschließend trotz des Verzehrs von Steinobst problemlos mit einem Glas Wasser löschen.

 

Zucker zerstört die Vitamine

Nein, dies ist einer der hartnäckigsten Ernährungsirrtümer, denn Ernährungswissenschaftlern zufolge hat Zucker keinen Einfluss auf Vitamine.

großer Zuckervergleich

Zuckervarianten

Wenn Sie also Ihre Erdbeeren mit etwas Zucker genießen möchten, nur zu. Die Vitamine aus der leckeren Beere bleiben Ihnen erhalten. Bedenken Sie beim Verzehr von Zucker jedoch, dass dieser nur leere Kalorien enthält und Ihrem Organismus in zu großen Mengen schaden kann. Dabei sollten Sie nicht nur auf die Menge an Industriezucker achten, die Sie zu sich nehmen. Auch die zugeführte Fruktose als natürlicher Bestandteil von Obst und Gemüse muss dabei berücksichtigt werden.

 

 

Zitrusfrüchte enthalten das meiste Vitamin C

gruenkohl

Grünkohl ist ein großer Vitamin-C Lieferant

Ohne Zweifel sind Zitrusfrüchte wichtige Vitamin C Lieferanten, doch zu den Spitzenreitern zählen unter anderem Kohlgemüse.

Vor allem Grünkohl gilt als Vitamin C Bombe aber auch schwarze Johannisbeeren schlagen mit etwa 189 mg Vitamin C pro 100 g Fruchtfleisch zu Buche.

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Schnaps sorgt für gute Verdauung

Das stimmt definitiv nicht, denn durch Alkohol wird die Fettverbrennung blockiert.

schnaps

Schnaps verschafft nur kurzfristig Erleichterung.

Das führt dazu, dass die Mahlzeit durch das gute Tröpfchen noch länger schwer im Magen liegt (5). Das Völlegefühl lässt nur für einen kurzen Moment nach, weil der Alkohol die Magenmuskulatur lockert und uns so kurzzeitig etwas Erleichterung verschafft.

 

 

 

Fazit

Zusammenfassend sei gesagt, dass sich verschiedene Ernährungsweisheiten hartnäckig halten, obwohl sie einfach falsch sind. Ob nun beispielsweise die Kartoffel als Dickmacher hingestellt wird oder Fett grundsätzlich zum Krankmacher degradiert wird, es hängt doch alles viel mehr von der Art der Verwendung ab. Verarbeiten wir die Kartoffel zu Pommes & Co. oder nehmen wir zu viele tierische Fette zu uns, machen wir ganz alleine solche Ernährungsmythen zu selbsterfüllenden Prophezeiungen.

 

Studien / Quellen

(1) „Entwässert Kaffee den Körper?“, Bund Deutscher Internisten (BDI)

http://www.internisten-im-netz.de/de_news_6_0_416_entw-ssert-kaffee-den-k-rper-.html

(2) Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)

https://www.dge.de/suche/?tx_kesearch_pi1%5Bsword%5D=Kaffee&x=0&y=0

(3) „Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE“, Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Regel Nr. 5

https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/

(4) „Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE“, Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Regel Nr. 2

https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/

(5) Mark Fox (Universitätsspital Zürich) et al.: British Medical Journal, Onlinevorabveröffentlichung, doi: 10.1136/bmj.c673

Diese Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschliesslich als Informationsquelle für Interessierte gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Die Informationen stellen auf keinen Fall einen Ersatz für Beratungen oder Behandlungen durch ausgebildete und anerkannte Ärzte oder sonstige nach deutschem Recht zugelassene Heilpersonen dar. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker. Wenn Sie sich tiefergehend über entsprechende Produkte informieren wollen, lassen Sie sich von einem Arzt oder Heilpraktiker beraten bzw. besorgen Sie sich weiterführende Fachliteratur.

Bildquellen

  • ernährungsirrtümer: Bildquelle: 123rf bowie15
  • kaffee: Bildquelle: Pixabay jarmoluk
  • gesunde-fette: Bildquelle: 123rf Julija Dmitrijeva
  • kartoffeln: Bildquelle: 123rf creativedoxfoto
  • kirschen-steinobst: Bildquelle: Pixabay DGlodowska
  • zuckervergleich: 123rf Helen Perris
  • gruenkohl: Bildquelle: Pixabay WikimediaImages
  • schnaps: Bildquelle: 123rf handmadepictures
ernährungsirrtümer

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.