Warum Ingwer gesund ist

Ingwer gehört zu den Gesundheitsfördernden Lebensmitteln

Ingwer

Ingwer

Die traditionelle Medizin schwört seit Jahrhunderten auf die positiven Wirkungen von Ingwer auf den Stoffwechsel und bei verschiedenen Beschwerden. Inzwischen belegen auch zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen, dass Ingwer gesund ist. Am auffälligsten ist die Schärfe der Ingwerwurzel, die Röte in die Wangen treiben, Wärmegefühl erzeugen und Nasen zum Laufen bringen kann. Diese sogenannten Scharfstoffanteile können jedoch weitaus mehr.

 

 

Inhaltsstoffe der Ingwerwurzel

Ingwer trägt die botanische Bezeichnung Zingiber officinale und wächst als
verzweigter Wurzelstock (Rhizom; Zingiberis rhizoma) unter der Erde. Für den
besonderen fruchtig-scharfen Geschmack sind die Hauptbestandteile Gingerol und
Shogaol verantwortlich. Außerdem sind ätherische Öle (Zingiberen, Zingiberol,
Citral, Neral) enthalten. Die Inhaltsstoffe Borneol und Cineol kommen auch in
anderen Pflanzen vor. Darüber hinaus finden sich Magnesium, Kalzium, Kalium,
Eisen und Phosphor sowie die Vitamine C und B6 in der Ingwerwurzel.

 

Medizinische Wirkungen

Die am häufigsten beschriebenen Effekte beziehen sich auf die für die
Ingwerwurzel typischen Inhaltsstoffe Gingerol und Shogaol. Sie beruhen auf der
Hemmung der Produktion wichtiger, die Entzündung begleitender Stoffe. Zu ihnen
gehören Prostaglandine, Zytokine und das Enzym Cyclooxygenase. Ingwer kann
Schmerzen lindern und Entzündungen eindämmen. Gleichzeitig wird die
Blutgerinnung erschwert. Dies wirkt Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegen.

Vorgänge, in denen Serotonin eine Rolle spielt, werden ebenfalls beeinflusst.
Bestandteile der Wurzel hemmen die Aktivität bestimmter Rezeptoren, die aktiv
werden, wenn Brechreiz ausgelöst wird. Die in der Krebstherapie eingesetzten
Chemotherapeutika führen teilweise zu starkem Brechreiz. Hier kann Ingwer gute
Dienste leisten. Gegen Reiseübelkeit hat es sich ebenfalls bewährt, falls es
sich um eine Form handelt, die über vergleichbare Mechanismen verläuft. Viele
Auto-, Flugzeug- oder Zugreisende spüren eine Besserung, während
Schiffsreisende weniger zu profitieren scheinen.

 

Seit Jahrhunderten würdigen Anwender im asiatischen Raum die Stärkung der sexuellen Kraft durch Ingwer.

Ingwer-Knolle

Ingwer-Knolle

Inzwischen wird dies auch von aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen gestützt. Veröffentlichungen berichten von erhöhten Spermienzahlen, einer größeren Beweglichkeit und einem Anstieg des männlichen Geschlechtshormons Testosteron im Blut. Jedoch stammen diese Ergebnisse aus Tierexperimenten (Int J Food SciNutr., doi: 10.3109/09637486.2013.812618).

Bei Atemwegserkrankungen lindert Ingwer den Husten, reduziert entzündliche Prozesse und hilft bei asthmatischen Beschwerden.

Beschwerden bei Arthrose können sich dank der Inhaltsstoffe bessern, wie eine
repräsentative Doppelblindstudie zeigen konnte. Die Gelenkerkrankung Arthrose
führt neben dem Abbau von Gelenkknorpel zu schmerzhaften Entzündungsreaktionen.
Diese können durch Ingwer gelindert werden. Messbare Verringerungen typischer,
entzündungsbegleitender Zytokine unterstützen diese Befunde (Arthritis
Rheum.
2001, 44(11):2531-8).

Ob es möglich ist, Erkältungen oder einer Krebserkrankung vorzubeugen, ist
wissenschaftlich noch nicht erwiesen. Ingwer zeigt Effekte, von denen einige als
aussichtsreich in Bezug auf die Bekämpfung bestimmter Krebserkrankungen
angesehen werden. Ob auf diese Weise der Krankheitsverlauf maßgeblich zu
beeinflussen ist, lässt sich gegenwärtig nicht wissenschaftlich belegen. Den
Ingwer Konsum während einer Chemotherapie zu erhöhen, sollte nicht ohne
Rücksprache mit dem Arzt erfolgen, da dadurch die Wirksamkeit einiger
Medikamente herabgesetzt werden kann. Effekte zur Unterstützung bei einer
Gewichtsreduktion sind ebenfalls noch nicht hinreichend belegt.

 

Was sollte beachtet werden?

Schwangeren, die mit Übelkeit zu kämpfen haben, seien die Nebenwirkungen ans Herz gelegt: Einige Inhaltsstoffe im Ingwer stehen im Verdacht, vorzeitige Wehen auszulösen. Ingwer erhöht die Bildung von Magensäure und fördert auf diese Weise die Verdauung. Gleichzeitig können Menschen mit empfindlichen Magen die vermehrte Magensäureproduktion als unangenehm empfinden.

Die Auswirkungen auf die Blutgerinnung können zu Problemen bei Patienten führen, die Gerinnungshemmer einnehmen. Die Wirkung dieser Medikamente kann stärker werden, wenn gleichzeitig Ingwer konsumiert wird. Blutdruck-Patienten und Patienten mit Erkrankungen der Gallenblase müssen ebenfalls vorsichtig beim Verzehr von Ingwer sein.

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Ingwer in der Anwendung

Der Wurzelstock ist die Quelle sowohl der frischen Produkte als auch der
getrockneten und zu Granulat oder Pulver verarbeiteten. Frischer Ingwer kann
gerieben und in feinen Scheiben geschnitten zu sich genommen werden. Als Gewürz
wird es vielen asiatischen Gerichten zugesetzt. Ingwer verliert kaum an
Wirksamkeit beim Erhitzen (S. Wechner, Herbert Utz Wissenschaft Verlag, München,
1998). Am wirkungsvollsten sind Ingwertee und Ingwerwasser, weil die
üblicherweise erreichte Dosis größer als beim Würzen ist.

Das anhaltende Interesse und immer neue Studien bestätigen, dass Ingwer
gesund ist. Es hat sich als natürliches Heilmittel in vielen Fällen bewährt.
Noch nicht alle Zusammenhänge sind vollständig aufgeklärt und schüren deshalb
zum Teil schwer zu erfüllende Hoffnungen, insbesondere bei schlecht
therapierbaren Erkrankungen. Ob Ingwer als alternatives oder ergänzendes Mittel
verwendet wird, sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. So lässt
sich eine geeignete Anwendung dieses wertvollen Produktes der Natur finden.

 

Diese Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschliesslich als Informationsquelle für Interessierte gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Die Informationen stellen auf keinen Fall einen Ersatz für Beratungen oder Behandlungen durch ausgebildete und anerkannte Ärzte oder sonstige nach deutschem Recht zugelassene Heilpersonen dar. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker. Wenn Sie sich tiefergehend über entsprechende Produkte informieren wollen, lassen Sie sich von einem Arzt oder Heilpraktiker beraten bzw. besorgen Sie sich weiterführende Fachliteratur.

Bildquellen

  • Ingwer: Fotolia © Soyka
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