Agaricus blazei murrill (ABM) – Speise-Heil & Vitalpilz

Es hört sich äußerst exotisch an, ist aber eigentlich „nur“ ein Pilz: Agaricus blazei murill, kurz ABM genannt. Vor etwa 40 Jahren haben japanische Forscher den Speisepilz einmal näher in Augenschein genommen und wissenschaftlich untersucht. Das Ergebnis ist frappierend: In Japan, den USA und Brasilien ist Agaricus blazei murill inzwischen offiziell als Anti-Krebs-Mittel zugelassen. Auch in Europa steigt der Bekanntheitsgrad, da sich immer mehr gesundheitsbewusste Menschen mit der Wirkung von Vitalpilzen auseinander setzen. Was hat es damit auf sich?

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Agaricus Blazei Murrill (ABM)

 

 

 

Es stellt sich vor: Agaricus blazei murill

Agaricus blazei murill ist ein Speisepilz aus den Regenwäldern Brasiliens. Er wurde von den Einheimischen als „Pilz Gottes“ verehrt, weil schon bei den Ureinwohnern seine gesundheitsfördernde Wirkung bekannt war. In Gegenden, in denen der Pilz regelmäßig auf dem Speiseplan stand, war die Lebenserwartung recht hoch und Krebserkrankungen fast unbekannt. Das führte dazu, dass sich die Wissenschaft des Pilzes annahm und ihn eingehend untersuchte. Lernen wir ihn kennen.

 

Ein wenig Botanik

ABM gehört botanisch zur Familie der Champignonverwandten (Agaricaceae), und dabei zu der uns sehr vertrauten Gattung der Champignons (Agaricus). Und dem sieht er auch ähnlich mit seiner typischen Pilzform, den hell- bis dunkelbraunen Hüten und den schokoladenbraunen Sporen. Seinen Namensteil „murill“ verdankt der Agaricus blazei seinem vermeintlichen Entdecker William Murill, der den Pilz im Jahr 1947 in einer Veröffentlichung beschrieb.

Erst später wurde festgestellt, dass schon sehr viel früher, nämlich 1893, genau dieser Pilz bereits beschrieben wurde, und zwar als Agaricus subrufescens. Dies ist also die wissenschaftlich korrekte Bezeichnung. Bekannt ist ABM aber nach wie vor unter Agaricus blazei murill. Der korrekte deutsche Name ist Brasilianischer Mandelegerling. Auch Sonnenpilz, Lebenspilz, Agaricus brasiliensis, Agaricus muscarius, Brasilianischer Mandelpilz, Himematsutake oder Cogumelo de Deus sind gängige Bezeichnungen.

 

Zuchtbedingungen

Drei Phasen bestimmen die Aufzucht des Mandelpilzes. Phase 1, das Mycelwachstum, braucht eine Luftfeuchte von 90-100 % und Temperaturen zwischen 21-27 °C. Stündlich muss die Raumluft gewechselt werden. Phase 2 ist die Einleitung der Fruchtung, Temperatur und Luftfeuchte sind niedriger, der Raumluftwechsel erfolgt bis zu sieben Mal stündlich. Fruchtung und Ernte, die Phase 3, ist wieder durch hohe Temperaturen, aber niedrige Luftfeuchte gekennzeichnet. Auch die Lichtbedingungen müssen an die einzelnen Stadien angepasst werden. Alles zusammen dauert bis zu 110 Tage. Es ist also ein anstrengender und mühsamer Vorgang, die optimalen Bedingungen für das Wachstum dieses wertvollen Pilzes zu schaffen. Seine erstaunlichen Wirkstoffe rechtfertigen den Aufwand.

 

Die Inhalts- und Wirkstoffe

Die Inhaltsstoffe des Heilpilzes werden vor allem in Zusammenhang mit den gesundheitsrelevanten Wirkungen beschrieben. Weil der Pilz frisch hier nicht erhältlich ist, beziehen sich die Angaben auf die Trockenmasse. Sehen wir uns die Werte genauer an.
ABM besitzt einen Nährwert von 362 Kilokalorien je 100 Gramm. Der Eiweißgehalt beläuft sich auf stolze 35 Gramm, ABM ist damit einer der proteinreichsten kultivierten Speisepilze. Auch der Gehalt an Zucker und Ballaststoffen ist mit je 21 Gramm pro 100 Gramm bemerkenswert. Kohlenhydrate schlagen mit 47,7 Gramm zu Buche. ABM hat wenig, aber hochwertiges Fett, etwa die mehrfach ungesättigte Linolsäure.
Was den Agaricus blazei murill aber so besonders macht, sind seine Vitalstoffe. Enthalten sind die Vitamine Biotin, Ergosterin bzw. Ergosterol (Vorstufe von Vitamin D2), Folsäure, Niacin, Panthothensäure, Riboflavin und Thiamin sowie die Mineralstoffe Eisen, Kalium, Kalzium, Kupfer, Magnesium, Selen und Zink. Dazu gesellen sich wichtige Aminosäuren und Polysaccharide.
Alles zusammen macht aus einem kleinen Pilz ein wahres Kraftpaket, wenn es um die Gesundheit geht.

 

Gesundheitliche Anwendungsgebiete für den Heilpilz ABM

Agaricus blazei ist nicht nur ein Speisepilz. Man bezeichnet ihn auch als Vitalpilz oder Heilpilz. Beide Begriffe meinen dabei das Gleiche und werden synonym benutzt. Zum Heilpilz wird der ABM vor allem durch zwei Inhaltsstoffe: Das Polysaccharid Beta-Glucan, einer Zuckerverbindung, und das Mykosterin Ergosterin. Mykosterine nehmen im Pilz ähnliche Funktionen wahr, wie Cholesterin im menschlichen oder tierischen Organismus. Sie sind essentiell und kommen in den Zellmembranen der Pilze vor. Bereitet man aus dem Pilz ein Pulver, entwickeln sich Wirkungen, die für die so genannte Mykotherapie genutzt werden.

 

Was ist Mykotherapie?

Die Mykotherapie ist der Einsatz von solchen Pilzen für die Gesundheit, die als Heilpilze klassifiziert werden. Die Bezeichnung kommt vom griechischen „mykes“ = Pilz, Mykotherapie ist also die Pilzheilkunde. (1) Heilen mit Pilzen hat in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und in der japanischen Kampo-Medizin eine lange Tradition. Man kennt also vor allem chinesische bzw. asiatische Heilpilze. Aber auch in Europa wurden schon vor Jahrhunderten Pilze zur Gesunderhaltung eingesetzt. Fast jedes alte Kräuterbuch beinhaltet auch ein Kapitel zur Heilkraft von Pilzen. Inzwischen widmen sich ganze Bücher diesem Thema, um zu erklären, welcher Vitalpilz bei welchen Beschwerden zum Einsatz kommen kann. (2) Ein besonders wirksamer Heilpilz ist der Agaricus blazei.

 

Agaricus blazei murill Extrakt gegen Krebs

Nachgewiesen scheint: Über das Immunsystem wirkt ABM hemmend auf Tumore. Die körpereigenen Fresszellen (Makrophagen) und die T-Zellen (T-Lymphozyten) werden stark vermehrt. Die T-Zellen überwachen im Körper Veränderungen (Mutationen) von Zellen und achten außerdem auf mögliche Virusinfektionen. Zudem verhindert das Provitamin Egosterin die Neubildung von Tumorgewebe, wodurch Metastasenbildung verhindert werden kann. (3) In Studien – viele allerdings Tierstudien – wurde die Hemmwirkung bei verschiedenen Krebsarten nachgewiesen. Auch in der Chemo- und Strahlentherapie wird ABM eingesetzt, weil die Nebenwirkungen dadurch deutlich reduziert werden können. Die begleitende Schwäche und Müdigkeit wird verringert.

 

Weitere Anwendungsgebiete von ABM

Wegen seiner enormen Auswirkungen auf das Immunsystem sowie seine nachweislich entzündungshemmende, antiallergische, antidiabetische und antivirale Wirkung gilt ABM auch als mögliche Geheimwaffe gegen Diabetes mellitus Typ 2, Autoimmunerkrankungen wie Allergien oder Rheuma, Hauterkrankungen wie Schuppenflechte, Gelenkerkrankungen wie Arthritis, Hepatitis C, als Anti-Aging-Mittel und mehr.
Für viele dieser Einsatzgebiete gibt es durch wissenschaftliche Studien erhärtete Anhaltspunkte. Die National Library of Medicine und das Mushroom Research Center Austria halten zahlreiche wissenschaftliche Abhandlungen und Forschungsberichte zu diesem Thema bereit. (4)

 

Pulver oder Extrakt: Was ist sinnvoll?

Der frische Pilz ist sicher ein gesundes Lebensmittel, in der Mykotherapie wird aber mit Trockenextrakt gearbeitet. Dafür wird der gesamte Fruchtkörper des Pilzes zunächst gereinigt, dann einem schonenden Trocknungsverfahren (Temperatur etwa 60 °C) und schließlich einer strengen Qualitätskontrolle unterzogen. Anschließend erfolgt die Weiterverarbeitung zu Pulver oder Extrakt.
Das Pulver ist der fein gemahlene Trockenpilz. Die enthaltenen Wirkstoffe entsprechen denen im frischen Pilz. Das Wirkstoffspektrum ist breit gefächert, weswegen ABM Pulver meist zur allgemeinen Gesundheitsprävention eingesetzt wird.
Der Agaricus Extrakt entsteht durch das Herausextrahieren löslicher Bestandteile aus dem Pilzkörper mittels Wasser oder Alkohol. Dann wird alles wieder eingedampft, und übrig bleibt ein Konzentrat, das vor allem die Polysaccharide enthält. Bis zu 20-fach kann die Wirkstoffkonzentration gegenüber dem Pulver sein. Damit kann eine gezielte Wirkung, etwa auf das Immunsystem, ausgeübt werden. Deshalb wird Extrakt bei bereits bestehenden Erkrankungen dem Pulver vorgezogen.

 

Der Mandelpilz in der Küche

Der Brasilianische Mandelegerling gilt als Gourmetpilz in der Küche. Er duftet und schmeckt intensiv nach Mandeln, daher sein deutscher Name. Da er an der Luft und im Wasser schnell oxidiert und an den Druckstellen dunkelt, wird er oft mit Handschuhen geerntet und schnell verarbeitet. Beim Verzehr ist er von guter Konsistenz und wird in seiner Heimat oft als „fleischiger Pilz“ bezeichnet. Hier ist er kaum frisch zu bekommen. Da aus 12 Kilogramm frischen Pilzen nur 1 Kilogramm getrocknete Pilze hervorgehen, ist ABM recht teuer.

 

Hat Agaricus blazei murill Nebenwirkungen?

Zwar heißt es: „Alles was wirkt, hat auch Nebenwirkungen.“ Diese können bei ABM aber vor allem durch Verunreinigungen und falsche Anwendung entstehen. Höchste Qualität und eine gute Beratung durch einen Therapeuten, der sich mit Heilpilzen auskennt, sollten also selbstverständlich sein. Ansonsten heißt es, dass der Pilz auch über Jahre hinweg bedenkenlos eingenommen werden kann.

 

Agaricus blazei murill kaufen

Der Heilpilz ist in fast allen Apotheken und Drogerien sowie im Internet zu kaufen. Dabei ist auf nicht gentechnisch veränderte Bioware zu achten und darauf, dass der ganze Pilzkörper verarbeitet wurde. Man kann das Pulver lose, zu Tabletten gepresst oder in Kapseln kaufen: An der Wirkung ändert das nichts und ist der individuellen Vorliebe geschuldet. Als Dosis werden 1-2 Gramm täglich genannt. Der hochwirksame Extrakt wandert meist in Kapseln, die Wirkstoffe sind standardisiert und die Dosierung auf dem Präparat angegeben.

 

Fazit

ABM ist ein Speise- und Heil- bzw. Vitalpilz, der vor allem in der Krebstherapie vielen Betroffenen Hoffnung schenken kann. Es scheint erwiesen, dass er über die Aktivierung des Immunsystems sehr positiv in der Krebsbekämpfung mitwirken kann. Alle Erkrankungen, bei denen das Immunsystem maßgeblich eine Rolle spielt, werden vermutlich ebenfalls positiv beeinflusst. Auch zur allgemeinen Steigerung der Vitalität kann der Pilz als Nahrungsergänzung beitragen.
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Quellen/Literatur

(1) Siehe auch: http://www.mykotherapien.com/index.asp
(2) Bianchi, Prof. Dr. Ivo: Moderne Mykotherapie. Der Gebrauch der Pilze in der Medizin. Alpha One AG. 2009
Berg, Beate: Apotheke der Heilpilze. Natura Viva. 2015
– und viele mehr
(3) Kobayashi, H. et al.: Suppressing effects of daily oral supplementation of beta-glucan extracted from Agaricus blazeiMurill on spontaneous and peritoneal disseminated metastasis in mouse model. 2005
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15883813
(4) https://www.nlm.nih.gov/
http://mrca-science.org/index.php/de/agaricus-blazei-murrill

 

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Bildquellen

  • agaricus-blazei-murrill: Bildquelle: 123rf Pauliene Wessel
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